Iran will Spannungen mit den USA unter Biden abbauen

Der Iran will die Spannungen mit den USA unter einer Präsidentschaft Joe Bidens abbauen. „Wir wollen ja keine Freundschaft anfangen, sondern nur unnötige Spannungen und Feindseligkeiten abbauen“, sagte Außenminister Mohammad Javad Zarif in einem am Montag in einem Video-Interview mit dem Nachrichtenportal Entekhab. Eine Annäherung an die USA nach Bidens Amtsantritt sei im Interesse des Landes. Parteipolitische Erwägungen sollten diese Annäherung auch nicht infrage stellen.

Er kenne Biden als Senator aus seiner Zeit als iranischer UNO-Botschafter in New York (2002-2007) und habe ihn auch persönlich getroffen. „Biden ist seit den 1970ern in der amerikanischen Außenpolitik tätig und kennt sich darin weitaus besser aus als (US-Präsident Donald) Trump“, sagte Zarif. Misstrauen und Differenzen zwischen den beiden Ländern werde es nach seiner Einschätzung auch unter Biden geben, aber weitaus weniger als unter Trump.

Zarif und Präsident Hassan Rouhani hoffen, dass Biden die USA zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückführt und die Sanktionen gegen den Iran aufhebt. Trump war 2018 nicht nur aus dem Atomdeal ausgestiegen, sondern hatte auch drakonische Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Diese führten in den vergangenen zwei Jahren zu der schlimmsten Wirtschaftskrise des ölreichen Landes. Die Corona-Pandemie in den vergangenen zehn Monaten hat die Krise weiter verschärft. Die Landeswährung Rial verlor die Hälfte ihres Wertes.

Beobachter sind sich einig, dass nur Verhandlungen mit dem neuen US-Präsidenten den Iran aus dieser Krise führen könnten. Am Freitag jedoch gab es einen tödlichen Anschlag auf den iranischen Kernphysiker Mohsen Fakhrizadeh, für den Teheran „hiesige Söldner“ der USA und Israels verantwortlich macht. Der Anschlag könnte zu neuen Spannungen zwischen Teheran und Washington führen und eventuelle Verhandlungen mit der Biden-Regierung erschweren. Die Hardliner im Iran fordern Rache und ihr Sprachrohr, die Tageszeitung „Kayhan“, gar einen militärischen Angriff auf die israelische Hafenstadt Haifa.

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Fakhrizadeh wurde unterdessen in der Hauptstadt Teheran beigesetzt. Wegen der Coronakrise durften nur Familienmitglieder des Physikers und hochrangige Generäle an der Beisetzung teilnehmen. „Unsere Feinde wissen, dass kein Verbrechen im Iran unbeantwortet und unbestraft bleiben wird“, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami in der Trauerrede. Auch sollten die „Terroristen“ wissen, dass der Märtyrertod im Iran eine Ehre sei. Der tödliche Anschlag werde den Fortschritt des iranischen Atomprogramms nicht stoppen, da Fakhrizadehs Weg „noch konsequenter“ von iranischen Wissenschaftern fortgesetzt werde.


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