Die neue Ader in Lienz verbindet auch Familien und Freunde

Die Arbeiten am 25-Millionen-Mobilitätszentrum der ÖBB in Lienz liegen trotz Krise im Zeitplan. In einem Jahr ist die Anlage in Betrieb.

Die neue, vier Meter breite Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung unterquert bereits die B100 und geht in einem halben Jahr in Betrieb.
© Blassnig Christoph

Von Christoph Blassnig

Lienz – Die Krise hat die umfangreiche Baustelle für das neue ÖBB-Mobilitätszentrum in Lienz nicht behindert. „Die Arbeiten laufen sehr gut und sind im Zeitplan“, berichtet die zuständige ÖBB-Pressesprecherin, Rosanna Zernatto-Peschel, auf Anfrage der TT. „Auch jetzt im Dezember laufen sie auf Hochtouren, es wird praktisch in allen Bereichen gearbeitet.“

Die barrierefreie Unterführung verbindet auch Familien und Freunde.
Elisabeth Blanik 
(Bürgermeisterin)

Herzstück der Anlage ist eine vier Meter breite Unterführung für Radfahrer und Fußgänger, die auch die B100 Straßenverkehrsader in der Stadt bereits unterquert. Es fehlt nur noch der nördliche Teil mit der Ausfahrt beim Bozner Platz. Dafür muss derzeit ein Hauptkanalstrang verlegt werden. „Obwohl sich das Projekt noch in der Bauphase befindet, zeichnet sich schon jetzt ab, welch großen Mehrwert das Mobilitätszentrum für die Bürger mit sich bringt. Zum einen in touristischer Hinsicht, da wir uns auf zahlreiche Gäste und Urlauber freuen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Zum anderen durch die helle und großflächige, vor allem aber barrierefreie Unterführung, die nicht nur den Süden mit dem Norden der Stadt verbindet, sondern auch Familien und Freunde.“ Im Sommerhalbjahr nutzen außerdem rund 150.000 Radfahrer den Pustertalradweg von Innichen nach Lienz, übergeben hier ihre Räder wieder an die Verleiher und fahren mit der Bahn zurück. Der Radweg wird wohl auch deshalb so geschätzt, weil man die Streckenlänge von 44 Kilometern auch mit Kindern sehr gut meistern kann. Die asphaltierte Strecke weist ein stetiges Gefälle von insgesamt 500 Höhenmetern auf. An Spitzentagen sind es 5000 Radfahrer, die ab dem nächsten Jahr südlich des Bahnhofes ankommen werden, wo auch eine neue Brücke über die Drau sowie eine Park-and-Ride-Anlage entstanden sind.

Östlich angebaut an das historische Bahnhofsgebäude entsteht gerade ein Lebensmittelmarkt, westlich davon wird seit Wochen an der Schalung für das Dach des neuen Busterminals gearbeitet. In einem Jahr soll das 25-Millionen-Projekt abgeschlossen und in Betrieb sein.


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