Corona-Hilfe für Kultur geht in die Verlängerung

Das Land setzt sein Unterstützungsprogramm für die Kultur bis Ende 2021 fort. Es bleibt vorerst aber bei 8,25 Mio. Euro.

Kulturelle Einrichtungen befinden sich in der zweiten Corona-Zwangspause. Prognose ungewiss.
© APA/dpa/Daniel Karmann

Innsbruck – Die bevorstehenden Corona-Massentests überlagern inhaltlich jedes andere Thema. Auch beim gestrigen Pressebriefing nach der Sitzung der Tiroler Landesregierung kam kaum etwas anderes zur Sprache.

Dabei hatte Landesrätin Beate Palfrader speziell für die Kulturschaffenden Wesentliches mitzuteilen: Die Corona-Hilfen des Landes für die Kultur werden allesamt bis Ende 2021 verlängert.

Eine fraglos positive Nachricht, und finanzielle Unterstützung ist auch dringend nötig. Es mehren sich nämlich die Anzeichen, dass Kulturveranstaltungen vor Publikum erst wieder im nächsten Jahr möglich sein werden.

Das Corona-Hilfspaket des Landes für die Kultur umfasst 8,25 Millionen Euro. Diese Mittel wurden schon heuer lockergemacht und teilweise auch ausbezahlt. Neu und gesichert ist jetzt, dass der Rest der 8,25 Millionen der Kultur auch nächstes Jahr zur Verfügung steht. Das klingt logisch, doch die Budgetregeln des Landes sehen normalerweise eine andere Automatik vor: Geld, das zu Jahresende noch da ist, fließt zurück ins Budget und ist so für den ursprünglichen Zweck verloren.

Palfrader kann ihre Förderinstrumente hingegen auch 2021 zum Einsatz bringen. Die Richtlinien werden adaptiert, um der Künstlerschaft entgegenzukommen. Möglicher Bezieherkreis, nötige Eigenmittel: Förderkriterien wie diese werden gelockert. Geld soll fließen, um die Kultur halbwegs schadlos durch die Krise zu führen.

Im Folgenden nun einige zentrale Förderungen des Corona-Pakets im Detail:

• Absagen/Verschiebungen: Frustrierte Aufwendungen für Kulturveranstaltungen, die wegen Corona verschoben oder abgesagt werden müssen, können vom Land gefördert werden. Ziel der Landesregierung ist es, dass weiter an Programmen gearbeitet wird, trotz aller terminlichen Unsicherheit bei der Durchführung.

• Arbeitsstipendium: Ein solches kann ab 2021 sechs Monate (bisher drei Monate) dauern. Der Zuschuss beträgt 1000 Euro pro Monat, gesamt also 6000 Euro. Wer heuer schon ein Arbeitsstipendium hatte, kann erneut ansuchen.

• Neustartförderung und „Kunst und Kultur im digitalen Raum“: In begründeten Fällen kann der Förderanteil des Landes von 50 auf 100 Prozent angehoben werden. Grund: Die Eigenmittel vieler Kulturinitiativen sind aufgebraucht. Mit diesen Förderungen kann ein breites Spektrum von Anwendungsbereichen abgedeckt werden, wie personelle Aufwendungen oder die Anschaffung von Hardware und Infrastruktur.

• Förderungen des Bundes: Die Bundesregierung hat für die Kultur ein Hilfspaket von mehr als 200 Millionen Euro geschnürt. Landesrätin Palfrader empfiehlt dringend, auch beim Bund anzusuchen (beispielsweise beim NPO-Fonds oder beim Überbrückungsfonds). Die Förderhöhen von Land und Bund werden aufeinander abgestimmt. (mark)


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