Vier Menschen bei Attacke mit Auto in Trier getötet

Bei der Attacke mit einem Auto in Trier gibt es vier Tote. Der Lenker eines SUV hat am Dienstag in einer Fußgängerzone mehrere Menschen überfahren und dabei vier getötet, darunter ein neun Monate altes Baby. Das teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt. Hinweise auf einen politischen Hintergrund lagen zunächst nicht vor. Beamte nahmen unmittelbar nach der Tat einen 51-jährigen Deutschen fest, er war bei der Fahrt alkoholisiert.

Der Fahrer des Wagens saß nach derzeitigem Ermittlungsstand alleine im Fahrzeug. „Der Tatverdächtige ist in der Vergangenheit noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten“, teilte die Polizei mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Tatverdächtige um 13.45 Uhr aus Richtung Basilika kommend über den Hauptmarkt in Richtung Porta Nigra, einem römischen Stadttor und Wahrzeichen der Stadt. „Das Fahrzeug erfasste mehrere Passanten“, teilte die Polizei mit.

Der Festgenommene habe zuvor „nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Bei dem 51-Jährigen sei ein Atemalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden. Gegen ihn wird wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen ermittelt. Außerdem werde ihm in zahlreichen weiteren Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte Fritzen.

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Der 51-Jährige könnte psychisch krank sein. Es gebe Anhaltspunkte für ein psychiatrisches Krankheitsbild, sagte der leitende Oberstaatsanwalt. Ein Arzt habe den Mann begutachtet, es werde vermutlich ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Keine Anhaltspunkte gebe es für ein „irgendwie terroristisch geartetes“, politisches oder religiöses Motiv.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sprach im Interview mit dem SWR von einem „Amokfahrer in der Innenstadt“. „Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. „Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.“

Rettungskräfte aus der ganzen Region warne im Einsatz. „Alle sind damit beschäftigt, Verletzte und Schwerstverletzte im Moment in die Krankenhäuser zu bringen“, äußerte Oberbürgermeister Leibe. Auch ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz. Der ADAC schickte Rettungshubschrauber, ein Verletzter wurde nach Wittlich geflogen.

Große Teile der Innenstadt waren abgesperrt. Nach der Festnahme bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung, teilte die Polizei mit.


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