Manager-Dementi zu Strache-Vorwürfen im U-Ausschuss

Mit Stefan Krenn, Public-Affairs-Leiter von Novomatic, war am Mittwoch ein weiterer Manager des Glücksspielkonzerns im Ibiza-Untersuchungsausschuss geladen. Er verteidigte grundsätzlich privates Sponsoring und verwies auf strenge interne Richtlinien. Auch Krenn äußerte sich zu einem für den Ausschuss symbolhaft gewordenen Satz des ehemaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache: „Nein, Novomatic zahlt nicht alle. Aber sehr viele wollen die Unterstützung von Novomatic.“

Ganz im Sinne seiner Aufgabe im Unternehmen präsentierte Krenn, der parlamentarischer Mitarbeiter von Reinhold Lopatka (ÖVP) war, in seinem Eingangsstatement sowohl sich als auch Novomatic im besten Licht. So sei der Konzern ein „österreichischer Leitbetrieb par excellence“, der trotz des hohen Umsatzes, der zu 90 Prozent im Ausland erzielt werde, zu seinen österreichischen Wurzeln stehe und hier - im Gegensatz zu den großen Internet-Konzernen - Steuern zahle. Dies seien jährlich mehr als 380 Mio. Euro.

Krenn unterstrich auch generell die Bedeutung des Sponsorings, insbesondere für die Vereinslandschaft. Diese wäre ohne Unterstützung „nicht einmal ansatzweise vorstellbar“. „Auch manch einer von Ihnen hat schon an die Türe von großen Unternehmen, darunter auch an jene von Novomatic, geklopft und um Spenden, Sponsorings oder die Beteiligung an einer Veranstaltung ersucht“, sagte er in Richtung der Abgeordneten im U-Ausschuss. Dies sei ja auch „völlig legitim“.

Wie sein Kollege Alexander Merwald in der Befragung zuvor betonte auch Krenn, dass beim Sponsoring nach „transparenten, im Konzern verankerten Regeln“ entschieden werde und das ohne „unstatthafte“ Gegenforderungen. „Heute sitzen wir unter anderem hier, weil ein ehemaliger Vizekanzler, in einem Rahmen, der allen hinlänglich bekannt ist, behauptet hat, Novomatic würde alle bezahlen“, verwies er auf Straches berühmten Satz aus dem Video und: „Auch wenn er diese Aussage bereits selbst widerrufen hat, weise ich diese Aussage auf das Schärfste zurück und kann sie aus meiner täglichen Arbeit dementieren.“

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Genaueres zur Kooperation der Novomatic mit Vereinen wollte Verfahrensrichter Wolfgang Pöschl wissen. Etwa mit dem freiheitlichen Institut für Sicherheitspolitik (ISP). Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwalt hat ihre Ermittlungen zu Spenden an Vereine aller Parteien bereits eingestellt. Krenn bestätigte die Kooperation mit dem ISP, immerhin habe man so Kontakte mit führenden Köpfen im sicherheitspolitischen Bereich herstellen können. Und auch das Verteidigungsministerium hätte ja mit dem Verein kooperiert.

In die Bestellung des FPÖ-nahen Peter Sidlo in den Vorstand der Novomatic war Krenn laut eigener Aussage nicht involviert. Das Unternehmen hätte ja auch kein Nominierungsrecht, merkte er an. Krenn zeigte sich auch überzeugt davon, dass es keinen „Hintergrunddeal“ zu Sidlo gegeben hat.


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