Österreichweit bisher fast 100.000 Massentest-Anmeldungen

Für die Corona-Massentests in Österreich hat es bisher fast 100.000 Anmeldungen gegeben. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag bekannt. „Das ist das Zeichen und das Signal, dass die Bevölkerung gut mitmacht und dafür bedanke ich mich recht herzlich.“ Unterdessen startete in Wien der Probebetrieb für die am Freitag beginnenden Massentests.

möglich. Am Mittwoch musste die Plattform vorübergehend wegen einer Datenleck-Gefahr vom Netz genommen werden. Die Probleme wurden behoben und die Plattform ging wieder online.

Anschober ist mit dem bisherigen Zulauf jedenfalls zufrieden. Aufgrund der bereits erfolgten 100.000 Anmeldungen schlussfolgerte er: „Das heißt, der Zulauf, das Interesse der Bevölkerung ist sehr, sehr groß, obwohl es gestern, Sie wissen es, eine erste Startunterbrechung gegeben hat von rund zwei Stunden.“

In Wien präsentiert Anschober mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) die Teststraße in der Stadthalle. Dort wurde am Donnerstag der Probebetrieb für die am Freitag beginnenden Massentests gestartet. Hacker betonte: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir den Zeitplan einhalten können.“

Anschober nutze die Gelegenheit, um einen Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen in Österreich zu geben. „Wir haben die Situation, dass wir mittlerweile doch sehr deutlich sinkende Zahlen in Österreich haben. Auch heute wieder geht der Trend nach unten. Wir sehen, dass wir konstant sinken. Das ist genau das Ziel gewesen. Wir sinken allerdings in einem relativ langsamen Tempo. Das heißt, in Summe sind die Zahlen noch beachtlich hoch, sehr hoch sogar.“ Der Minister ermahnte, dass dieser Trend in den nächsten Tagen und Wochen „sehr konsequent“ fortgesetzt werden müsse.

Die Kräfte für den Massentest-Einsatz bereitzustellen, sei eine große Herausforderung für das Bundesheer, betonte Generalstabschef Robert Brieger beim Probelauf. Wobei es genaugenommen schon der Ernstfall ist. Denn es werden dort bereits jene Menschen untersucht, die ab Freitag im Einsatz sind - also vor allem Soldaten, aber auch zivile Helfer. 220 sollen das sein. Die Prozedur für Besucher wird insgesamt knapp 20 Minuten dauern.

Ab Freitag bis zum 13. Dezember können sich die Wienerinnen und Wiener an drei Standorten testen lassen. Die Testzentren sind neben der Stadthalle in der Messe Wien und der Marx-Halle eingerichtet. Insgesamt werden 286 Testlinien für Schnelltests und 20 für PCR-Tests installiert. Der Betrieb findet täglich von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr statt. Die Kapazität an den drei Standorten sind insgesamt für bis zu 150.000 Testungen pro Tag ausgelegt.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kündigte am Donnerstag an, dass es im Rahmen der Massentests bei positiven Fällen auch fix ein Contact-Tracing geben wird. „In den anderen Teilen Österreichs wird ja darüber diskutiert, ob man in dieser Phase das Contact-Tracing aussetzt. Das werden wir nicht tun“, sagte er vor Journalisten. Aufgrund der Massentests erwartet er einen Anstieg bei den Neuinfektionszahlen in Wien.

Der Beraterstab des Gesundheitsministeriums hatte sich zuvor gegen die Massentests ausgesprochen. Das geht aus einem nun veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor. Demnach hatte Anschober die Experten am 17. November um ihre Einschätzung gebeten. „Ein wesentlicher Teil des Beraterstabs spricht sich gegen Massentestungen aus“, heißt es in dem Papier. Begründet wurde die Skepsis mit der Möglichkeit sowohl falsch negativer Testungen als auch falsch positiver Ergebnisse.

Anschober betonte am Donnerstag, die Empfehlungen seines Expertenstabes ernst genommen zu haben. Um falsch positive bzw. falsch negative Ergebnisse zu vermeiden, werde es in ganz Österreich eine Nachtestung mittels PCR-Test geben, so der Minister. Außerdem habe die Regierung in ihrer Kommunikation klar darauf geachtet, keine falsche Sicherheit im Fall eines negativen Ergebnisses zu vermitteln.

Das Testergebnis sei „nur einen Bestandsaufnahme des Testtages und kein Freibrief für Sorglosigkeit“, betonte Anschober diesbezüglich. Auch der Vorschlag von Mehrfachtestungen werde mit der nach den Feiertagen geplanten zweiten Testrunde umgesetzt.

Indes forderte die Arbeiterkammer nach einem positiven Corona-Test oder einer Feststellung als Kontaktperson eine sofortige schriftliche Bestätigung. Wenn nach den Massentestungen zigtausende Menschen als positiv oder Kontaktpersonen festgestellt werden, sei die rechtzeitige Bescheidausstellung völlig unrealistisch, argumentierte AK-Direktor Christoph Klein am Donnerstag.

Schon derzeit bekommen viele Arbeitnehmer ihre Quarantäne-Bescheide vorerst nur telefonisch. Das reiche aber vielen Arbeitgebern nicht, weil sie ohne Bescheid keine Refundierung des Gehalts bekommen. Und deshalb verlangen manche dann von den Arbeitnehmern, trotz Infektion(sverdachts) in die Arbeit zu kommen oder Urlaub oder Zeitausgleich zu konsumieren.


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