Zero-Waste: „Mit gemieteten Abo-Laufschuhen am Recyceln beteiligen“

Die drei Gründer von On – Caspar Coppetti, David Allemann und Olivier Bernard – sind gerne in den Bergen (v. l.).
© On

Von Verena Langegger

Innsbruck, Zürich – Der Laufschuhbranche gehe es in der Corona-Krise tatsächlich gut, sagt On-Mitbegründer Caspar Coppetti. Laufen ist – bekanntermaßen – eine der wenigen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, die derzeit erlaubt sind. Die Marke On erzielte laut Coppetti 2020 ein Plus von 60 Prozent, Vergleichszahlen nennt der Unternehmer nicht („Über Zahlen sprechen wir nicht“). Aber in Österreich sollen immerhin 800.000 Personen ein On-Produkt besitzen und die Laufschuhe seien die „meistverkauften in Österreich“, sagt Coppetti. Österreich habe damit weltweit die zweithöchste On-Dichte der Welt. Den Grund sieht Coppetti im speziell entwickelten Dämpfungssystem. Besondere Technologien brächten ein außergewöhnliches Laufgefühl, „wie auf Wolken“.

Doch Coppetti hat nicht nur eine Technologie für den perfekten Laufschuh erfunden, er will auch in puncto Nachhaltigkeit Vorreiter sein. Die On-Schuhe gibt es schon bald auch zu mieten. Denn Coppetti setzt stark auf die „zirkuläre Wirtschaft“ – einziges Problem: „Die Konsumenten geben bisher die Schuhe nicht mehr zurück.“ Also ist der neueste Plan der Firma: Outdoor-Schuhe müssen zurückgegeben werden (weil sie ohnehin nur gemietet sind). Coppetti will in Zeiten des Klimawandels ein Zeichen im Hinblick auf Zero-Waste in der Sportbranche setzen.

„Das Problem Klimawandel muss die Indus­trie lösen"

Erst einmal muss das Modell „Cyc­lon“ abonniert werden, so die On-Macher. „Damit wird den Menschen ein Anreiz geboten, sich am Recyceln zu beteiligen“, sagt Coppetti: „Der Cyclon ist der erste vollständig recycelbare Performance-Laufschuh aus biobasierten Materialien.“ So sei das Obermaterial des Schuhes etwa aus Flaschen. Mit einer Anzahlung von rund 30 Euro ist das Produkt vorbestellt, 2021 soll der Schuh vorgestellt werden. Ob es bald alle Produkte im wiederverwertbaren Abo für die Kunden gibt? Coppetti ist sich noch nicht sicher: „Wir müssen erst sehen, wie es mit diesem Produkt ausgeht.“

Eines ist für ihn aber klar: „Das Problem Klimawandel muss die Indus­trie lösen.“ Technisch sei es kein Problem, Schuhe – und anderes – aus alten Materialien zu produzieren. Deshalb hofft er auf viele Nachahmer, die auf Recycling setzen. Bis 2025 sollen bis zu 95 Prozent der On-Schuhe aus recycelten Materialien hergestellt werden.

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