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Von Sorglosigkeit und Schlendrian: Disziplinlosigkeit als Grund für zweite Welle

Eine dritte Welle kommt, wenn die Österreicher nicht konsequenter als bisher Distanz- und Hygieneregeln einhalten, so Strategieberater Norbert Frischauf.

Frischauf macht den Verlauf der Corona-Pandemie begreifbar.
© Köhler

Von Gabriele Starck

Wien – Für den Physiker und Strategieberater Norbert Frisch­auf ist klar: Dass die Zahlen der zweiten Corona-Welle im Vergleich zum Frühjahr derart aus dem Ruder gelaufen sind, ist zum größten Teil auf Disziplinlosigkeit zurückzuführen. „Schon im August, als die Zahlen der Neuinfektionen dreistellig wurden, gab es wieder erste Einschränkungen, doch niemanden hat es interessiert.“

Damals im Frühjahr seien die Leute so erschrocken gewesen, „dass sie sich zusammengerissen haben“, ab dem Sommer jedoch hätten sich Sorglosigkeit und Schlendrian breitgemacht, sagt der Niederösterreicher, der auch bei CERN und der ESA mitarbeitet, im TT-Gespräch. Frisch­auf modelliert Woche für Woche die aktuellen Corona-Daten und beleuchtet so für Entscheidungsträger und alle Interessierten das Geschehen hinter Infektionszahlen, Reproduktions- oder Inzidenzwert. Die österreichische „Is’ eh wurscht“-Mentalität sei der Motor hinter der Intensität der zweiten Welle und der Übersterblichkeit, sagt er. Und sie sei auch ein Grund dafür, warum die österreichischen Infektionszahlen zwischenzeitlich beim Vierfachen der deutschen lagen.

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