Italien und Österreich im Gleichschritt bei Sonderregelung für Südtirol

Sonderregelungen für Südtirol wird es weder in Italien noch in Österreich geben. Es hagelt Kritik daran.

Die offenen Grenzen in der EU gehen zu Weihnachten zu.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck, Bozen, Wien – Europa macht während der Weihnachtsfeiertage die Grenzen faktisch dicht: Quarantänebestimmungen sollen die Ein- und Ausreise massiv reduzieren und Corona-Ansteckungen vermeiden. In Österreich gilt die zehntägige Quarantäne mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test freitesten zu lassen, vom 19. Dezember bis zum 10. Jänner. Zuletzt bemühte sich Tirols LH Günther Platter um Erleichterungen in der Europaregion Tirol. Doch die dürfte es nicht geben. Denn weder in Österreich denkt man laut Gesundheitsministerium an eine Ausnahmeregelung für Südtirol noch in Italien.

Ab 21. Dezember bis 6. Jänner gibt es eine strengere Regelung in Italien: Eine Einreise nach Italien ohne dringenden Grund ist an eine 14-tägige Quarantäne geknüpft, welche auch nicht durch einen negativen Test verhindert werden kann. Dies gilt für alle Personen, die sich einen oder mehrere Tage aus nicht unbedingt notwendigen Gründen in anderen EU-Ländern, der Schweiz oder Großbritannien aufgehalten haben. Ausgenommen davon sind dringliche arbeits-, gesundheits- oder studienbedingte Notwendigkeiten. Weiterhin erlaubt sind hingegen Besuche von Lebenspartnern in Südtirol mit einem negativen Antigentest.

Bei Verwandtenbesuchen grundsätzliche Einreisebestimmungen

In Österreich wird erst an der Verordnung gebastelt, doch bei Verwandtenbesuchen gelten grundsätzlich die Einreisebstimmungen und Quarantäneregeln, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Weiters gelten die Quarantäneregeln nicht für Personen, die man regelmäßig trifft, wie den Lebenspartner. Auch regelmäßige Unterstützungsleistungen etwa für die im Nachbarland wohnhafte Oma bzw. Obsorgeverpflichtungen zählen zu den Ausnahmen. Die Ausnahmebestimmungen für Pendler oder den Güterverkehr bleiben unverändert.

Die Reisebeschränkungen sorgen jedenfalls für Kritik. NEOS, das Südtiroler Team Köllensperger und die bayerische FDP treten gemeinsam dagegen auf. „Ein Weihnachten in dieser Form ist den Menschen und Familien unserer Regionen nicht zumutbar“, wird betont.

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Für den Tiroler SPÖ-Vorsitzenden Georg Dornauer gefährden die Quarantänebestimmungen an der Brennergrenze die gemeinsame europäische Idee. Stattdessen befürwortet Dornauer eine Registrierungspflicht für Menschen, die Familie und Bekannte über den Brenner besuchen. (pn)


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