Faßmann für Lehrer-Tests trotz IT-Pannen optimistisch

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ist trotz der IT-Probleme für die Anmeldung der Corona-Massentests bezüglich der für das Wochenende anstehenden Testung der Lehrer „ganz optimistisch“. Er glaube, dass die zuständige Software-Firma das „schon zusammenbringen“ werde, sagte Faßmann beim Besuch eines Ausweichquartiers für eine Schule in Gänserndorf. In der Praxis wird die Verlegung des Unterrichts in nahegelegene Ausweichquartiere aber wohl nur in Einzelfällen möglich sein.

Im Gespräch mit der APA verwies der Bildungsminister darauf, dass es sich dabei um ein sehr großes Projekt handle, bei dem schon einmal ein Problem auftauchen könne. Er habe aber „keine Sorge“, dass die aufgetauchten Schwierigkeiten, die Ergebnisse für die Lehrer-Testungen am kommenden Wochenende beeinflussen könnten. Faßmann berichtete, dass er sich am Wochenende auch selbst testen lassen werde. Angemeldet habe er sich bisher aber noch nicht, daher konnte er auch keine persönlichen Erfahrungen über die IT-Probleme berichten.

Die Maskenpflicht auch in den Klassen für die Kinder ab 10 Jahren verteidigte der Bildungsminister. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes müsse „nicht auf Biegen und Brechen“ durchgesetzt werden. Die Räume sollten öfter gelüftet werden und dann könne die Maske auch abgenommen werden. Er vertraue auf die Sensibilität der Lehrer, dass hier mit Maß und Ziel vorgegangen werde, betonte Faßmann.

Die zuletzt auch von Elternvertretern geforderten Alternativen zur Maskenpflicht habe man alle geprüft und sie hätten sich als nicht praktikabel erwiesen, erklärte Faßmann. Das gelte sowohl für das Aufstellen von Plexiglaswänden als auch für Luftreinigungsgeräte, die viel weniger effizient seien als das Lüften der Räume.

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Der Bildungsminister besuchte am Freitag ein Ausweichquartier, wo Unterricht für die Abschlussklassen der Handelsakademie (HAK) und Handelsschule (HASCH) in Gänserndorf in Niederösterreich stattfinden wird. Fassmann betonte, dass solche Ausweichquartiere nur in ausgewählten Fällen, wo dies auch gut funktioniere, zum Tragen kommen und nicht flächendeckend in allen 2.500 Gemeinden Österreichs. Er berichtete auch, dass es mehr Angebote von Gemeinden gebe als Schulen, die diese auch annehmen. Wie viele Ausweichquartiere es tatsächlich gibt, konnte der Minister nicht sagen.

In der Praxis wird die den Schulen nahegelegte Verlegung des Unterrichts in nahegelegene Ausweichquartiere wohl eher nur in Einzelfällen praktiziert werden. Das zeigt ein Rundruf der APA in den Bildungsdirektionen der Länder. Oft stehen dem praktische Probleme entgegen, zum Teil ist etwa vor allem im ländlichen Raum das Platzangebot an den Schulen ausreichend. An Gymnasien hat sich das Platzproblem außerdem durch den Verbleib der Oberstufen im Distance Learning entschärft.

Für Gymnasien sei ein Ausweichen auf alternative Lernorte nur in Ausnahmefällen praktikabel, so etwa AHS-Lehrergewerkschafter Herbert Weiß (FCG) zur APA. Ein durchschnittlicher AHS-Standort habe 30 Klassen, allein in der Unterstufe seien es bis zu 20. „Wo soll ich die alle unterbringen?“ Sollten nicht alle Klassen an einem Ausweichstandort sein, wäre der Unterricht logistisch nicht möglich. „Ich kann ja die Lehrer nicht den ganzen Tag auf Wanderschaft schicken zwischen dem Schulgebäude und irgendeinem Festsaal.“

Manchmal scheitere ein Ausweichen trotz Interesses an praktischen Fragen, hieß es aus der Wiener Bildungsdirektion. So habe etwa eine Volksschule Räumlichkeiten an einer Uni nutzen wollen - beim Lokalaugenschein habe sich dann gezeigt, dass die Kinder zu klein für die Bänke waren. Eine Kooperation mit einem Kino scheiterte an den Lichtverhältnissen. Zum Teil steht man noch in Verhandlungen mit Einrichtungen wie Universitäten oder Museen - wobei letztere nun aber selbst ab Montag öffnen dürfen.


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