Massentests in Wien, Vorarlberg und Tirol angelaufen

In den Bundesländern Vorarlberg und Tirol sowie der Bundeshauptstadt Wien sind am Freitag die flächendeckenden, österreichweiten Corona-Massentestungen angelaufen. In Vorarlberg und Tirol dauern sie bis inklusive Sonntag, Wien testet bis zum 13. Dezember. Erste Ergebnisse aus Vorarlberg zeigen eine sehr niedrige Infektionsrate. Um 12.00 Uhr lagen bei 26.088 absolvierten Kontrollen 106 positive Testergebnisse vor. In Wien und Tirol gab es IT-Ausfälle zu beklagen.

Probleme machte die vom Bund zur Verfügung gestellte Software. Negativ getesteten Personen haben in Tirol vorerst nur verspätet oder keine Benachrichtigung über ihr Testergebnis erhalten. Auch in Wien kommt es immer wieder zu Ausfällen, das Bundesheer habe daher ein Backup in Papierform angelegt, teilte die Stadt mit. In der Stadthalle etwa fiel das das elektronische Erfassungssystem aus. In Salzburg bekamen Lehrer, deren Tests eigentlich erst am Samstag beginnen, Termine für Freitag. Die Betroffenen sind erschienen und wurden auch getestet, weil das Bundesheer bereits startklar war, bestätigte das Militärkommando. Damit setzt sich die Pannenserie des IT-Systems nahtlos fort.

Das Bundesheer ist mit dem Start der Massentests in den drei Bundesländern trotz der IT-Panne zufrieden. „Die Massentests der Bevölkerung Wiens ist an den drei Standorten angelaufen. Leider hat das Buchungssystem an den Standorten kaum funktioniert und so musste man teilweise auf einen analogen Betrieb umstellen. Für die zu testenden Personen hat das aber keine Auswirkungen, wir halten die geplanten Zeiten ein“, zog der Wiener Militärkommandant Kurt Wagner erste Bilanz.

Besonders die Teststation Stadthalle erfreue sich großer Beliebtheit, „dort ist der Zulauf enorm“. Die Wiener Bevölkerung werde daher ersucht, sich an den Standorten Messe Wien und Marxhalle anzumelden und dort die freien Kapazitäten zu nutzen. In Wien sind 2.000 Bundesheersoldaten im Einsatz.

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In Vorarlberg waren Freitagmittag bereits über 30 Prozent der bis Sonntagabend angemeldeten Tests durchgeführt. Zu Mittag schien sich der erste Trend zu einer sehr niedrigen Positivrate - vier Promille - fortzusetzen. Bis 17.00 Uhr standen 25.000 weitere Tests an, anschließend sollten die Betroffenen positiver Antigen-Tests zur Absicherung noch einen PCR-Test absolvieren.

Der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) zeigte sich mit dem Ablauf der Massentestungen zufrieden, dieser funktioniere reibungslos. Vorarlberg sei von den im übrigen Bundesgebiet auftretenden EDV-Problem nicht betroffen, weil das Land eine eigene, separate Lösung gewählt habe.

In Innsbruck fanden sich bis zum späten Freitagvormittag rund 6.000 Personen in den Teststationen ein. 24 davon wurden zunächst positiv auf das Virus getestet, teilte die Stadt mit. Die Betroffenen wurden telefonisch über die weitere Vorgehensweise verständigt und müssen zusätzlich einen PCR-Test machen.

„Der Start der freiwilligen Testungen ist gut angelaufen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bestens vorbereitet und haben für einen geordneten Ablauf gesorgt“, zeigte sich Bürgermeister Georg Willi (Grüne) zufrieden. Es freue sich, dass bereits viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker dem Aufruf gefolgt sind.

zum Massentest, der in ganz Oberösterreich von 11. bis 14. Dezember stattfindet, anmelden. Massive Anmelde-Probleme gab es auch in Niederösterreich.

Massive Kritik an den IT-Problemen, die vor zwei Tagen mit einem Datenleck begonnen hatten, übte die Opposition auf Bundesebene. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sprach von einem „chronischen Missmanagement“. Die Bundesregierung sorge jeden Tag „für eine veritable Panne im Kampf gegen das Coronavirus“, attestierte FPÖ-Chef Norbert Hofer. Für NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker „wird es immer offensichtlicher, dass diese Bundesregierung bei ihrem Krisenmanagement nichts mehr im Griff hat“.

Geht es nach der Arbeiterkammer (AK) sollte die für die Massentestungen auf das Coronavirus aufgewandte Zeit als Dienstzeit gelten. In vielen Fällen werde es nicht möglich sein, die Testung außerhalb der Arbeitszeit zu legen. Daher müssten diese als Dienstverhinderung aus wichtigem Grund und damit als Arbeitszeit gelten, findet AK-Präsidentin Renate Anderl. Sie berichtete über etliche Mitgliederanfragen, ob sich diese für die Testungen freinehmen müssten.


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