EU-Vertreter: Einigung bei Brexit steht unmittelbar bevor

Die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien stehen nach Informationen aus der Europäischen Union vor dem entscheidenden Durchbruch. Eine Einigung über die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU werde noch vor Ablauf des Wochenendes erwartet, sagte ein Vertreter der Staatenunion am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Noch bis zum 31. Dezember gilt eine Übergangsphase, in der das Königreich EU-Regeln unterliegt.

Informationen aus Großbritannien, wonach zuletzt die Aussichten auf eine Einigung geringer geworden seien, wies der EU-Vertreter als taktische Äußerungen zurück, mit denen Zugeständnisse erreicht werden sollen. Das Pfund Sterling zog unmittelbar nach den Äußerungen des EU-Vertreters an.

Frankreich hatte kurz davor in den Post-Brexit-Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Großbritannien mit einem Veto gedroht. „Sollte es ein Abkommen geben, das nicht gut ist, würden wir uns ihm entgegenstellen“, sagte Europastaatssekretär Clément Beaune am Freitag im Radiosender Europe 1. „Jedes Land hat das Recht auf ein Veto“. Frankreich werde davon Gebrauch machen, falls bestimmte Bedingungen insbesondere beim Thema Fischerei nicht erfüllt seien.

Die Regierung in Paris hatte bereits klargemacht, sie werde nicht zulassen, dass ihre Interessen in den Verhandlungen geopfert würden. Einige Länder werfen insbesondere Deutschland vor, einen Deal mit dem wichtigen Wirtschaftspartner Großbritannien um jeden Preis zu wollen.

Der britische Wirtschaftsminister Alok Sharma sagte dem Sender Sky TV, die Gespräche befänden sich in einer „kritischen Phase“. „Es gibt immer noch einige heikle Punkte, die geklärt werden müssen.“

Großbritannien ist Anfang des Jahres aus der EU ausgetreten. Bis zum 31. Dezember gilt eine Übergangsphase, in der das Königreich EU-Regeln unterliegt. Sollte es kein Abkommen für die Zeit danach geben, befürchtet die Wirtschaft ab 2021 Störungen der Handelsbeziehungen sowie Zollschranken. Zudem müssen die nationalen Parlamente der 27 EU-Länder sowie das EU-Parlament einem Vertrag zustimmen.


Kommentieren


Schlagworte