Radeln gegen Einbahn riskant: Anrainer in Amras starteten Petition

Anrainer in der Gerhart-Hauptmann-Straße in Amras setzen sich dafür ein, dass das legale Radfahren gegen die Einbahn sicherer und der massive Durchzugsverkehr reduziert wird.

Viel Durchzugsverkehr, nur wenige Markierungen, oftmals zu hohes Tempo der Autofahrer, teilweise schlechte Sicht: Radfahren gegen die Einbahn ist in der Gerhart-Hauptmann-Straße derzeit nicht ungefährlich.
© Domanig

Von Michael Domanig

Innsbruck – Weitere Einbahnen für den Radverkehr zu öffnen – bzw. auf ihre Eignung zu prüfen – und somit Lücken im Radroutennetz zu schließen: So lautet ein wichtiger Punkt im kürzlich vorgestellten „Masterplan Radverkehr 2030“ der Stadt Innsbruck. Dass das Radfahren gegen die Einbahn aber durchaus heikel sein kann, zeigt das Beispiel der Gerhart-Hauptmann-Straße in Amras, wo dies schon länger erlaubt ist – und rege genützt wird.

Auch Anrainerin Elisabeth Jürschik findet es prinzipiell begrüßenswert, dass das Radfahren gegen die Einbahn in der Straße möglich ist und weiter sein soll. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen – massiver Durchzugsverkehr, schlechte Sicht durch parkende Autos, 30er-Tempolimit, das nur phasenweise eingehalten werde, wenige Bodenmarkierungen, die auf die Radfahrer aufmerksam machen – sei die Gesamtsituation aber zu gefährlich.

Petition gestartet

Um sich „konstruktiv für eine Lösung der Verkehrsprobleme einzubringen und ein bewegtes Miteinander in diesem Wohngebiet zu erreichen“, hat Jürschik gemeinsam mit Brigitte Schwab und Ilse Kirchebner die Online-Petition „Gerhart Hauptmann KANN“ gestartet. Ziel sei vor allem „ein möglichst breiter Dialog“ zwischen den Anrainern, der Stadtpolitik samt Radkoordination, den Verkehrsteilnehmern und Fachleuten, sagt Jürschik, z. B. in Form eines Bürgerforums, „um bestmögliche Lösungen zu erarbeiten“.

Zu den konkreten Vorschlägen zählt eben eine sicherere Radroutenführung gegen die Einbahn. Vorstellbar wäre für die Initiative etwa, alle parkenden Autos auf die Nordseite der Straße zu verlegen (ohne dass dadurch Parkplätze verloren gehen) und so einen durchgängig farbig markierten, gut sichtbaren Radstreifen auf der Südseite zu ermöglichen. Gerade auswärtige Autofahrer seien oft völlig überrascht, wenn ihnen Radfahrer entgegenkommen.

Zentral sei aber auch, das geltende 30er-Tempolimit in der Gerhart-Hauptmann-Straße besser durchzusetzen, z. B. durch eine mobile Leuchtanzeige. Auch häufigere Kontrollen oder eine Radarbox würde man begrüßen. Viele Autofahrer würden den 30er ignorieren, auch nachts seien Raser ein Problem.

Viele Ideen

Generell wollen sich die Anrainer für eine Verkehrsberuhigung bzw. Verkehrslenkung weg vom Wohngebiet einsetzen: Der Durchzugsverkehr (z. B. vom Dez Richtung Stadt) habe genauso zugenommen wie der Ausweichverkehr vom Südring. Ideen, dem entgegenzuwirken, gäbe es viele – etwa, die Gerhart-Hauptmann-Straße in zwei gegenläufige Einbahnen zu teilen und den Verkehr über die Wallpachgasse abzuleiten.

Im Büro von Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) ist die Petition bekannt: Man sehe die Problematik ebenfalls vor allem im Durchzugs- und Ausweichverkehr und wolle diesen reduzieren, um die Sicherheit zu erhöhen. „Verschlechterungen für den Radverkehr wegen Pkw-Überlastung“ – wie eine Abschaffung des Fahrens gegen die Einbahn – nehme man hingegen „sicher nicht in Kauf“, denn für Radfahrer gebe es nur die Alternative über die Amraser-See-Straße (Südring) oder die Philippine-Welser-Straße (mit Schienensträngen der Tramlinie 3). „Da wollen wir sie auf keinen Fall hin verdrängen.“

Sobald man wisse, welche Optionen zur Reduktion des Durchzugsverkehrs bestünden, sei ein „Update“ an die Anrainer geplant.


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