Heimische Kijas für Lockerung der Maskenpflicht für Schüler

Die Kinder- und Jugendanwaltschaften (Kijas) Österreichs haben am Freitag die für den 7. Dezember angekündigten Lockerungen für einen Großteil der Schüler begrüßt. Auf Kritik stößt allerdings die ausnahmslose Verpflichtung zum durchgehenden Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Kinder ab zehn Jahren. „Das stellt eine massive, auch gesundheitliche, Belastung dar“, hieß es in einer gemeinsam Stellungnahme.

Die Erfahrungen der letzten Monate hätten gezeigt, dass Schüler nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurden, zu wenig tranken und über Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen klagten. In etlichen Fällen war es den Schülern selbst dann nicht gestattet, den Mund-Nasen-Schutz für kurze Zeit abzunehmen. Zugleich bestehe Lernen aus Kommunikation, Interaktion und Mimik, Sprechen sei Bestandteil des dialogischen Lernens.

„Eine durchgehende Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist unzumutbar und bildet aus kinderrechtlicher Sicht nicht das gelindeste Mittel, um die Ausbreitung des Virus zu minimieren“, hieß es in der Erklärung. Die Kijas haben die Bundesregierung darum dringend um andere Lösungen ersucht. Als Alternativen seien beispielsweise fix zugeteilte Sitzplätze oder Ausnahmeregelungen für Pausen im Freien möglich.

Zugleich sprachen sich die Kijas auch für eine rasche Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für die Sekundarstufe II aus. „Die Jugendlichen befinden sich in einer bedeutenden Entwicklungsphase, welche die Abnabelung von den Eltern und die Entwicklung hin zu kritischen und selbstbewussten Erwachsenen beinhaltet“, heißt es. Durch die seit Monaten vorherrschende Isolation durch den bereits wochenlangen Fernunterricht und die fehlenden sozialen Kontakte auch außerhalb der Familie bestehe die Gefahr einer Zunahme von psychischen Erkrankungen, Suchtmittelkonsum, Abhängigkeit von Computerspielen und digitalen Medien.

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