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Tálos: „Der Druck auf den Sozialstaat wird wachsen“

Wertschöpfungsabgabe? Der Politologe Emmerich Tálos sieht die Zeit für eine umstrittene Idee gekommen.

„Schieflage“: Unternehmen bekommen in der Corona-Krise bis zu 80 Prozent Umsatzersatz – Arbeitslosen bleiben nur 55 Prozent.
© APA/Gindl

Von Wolfgang Sablatnig

Wien – 2019 sind die Sozialausgaben in Österreich auf knapp 117 Milliarden Euro gestiegen. Im Corona-Jahr 2020 wird der Betrag weiter steigen – und irgendwann wird sich die Frage stellen, wer dafür geradestehen soll. Droht ein Sparpaket? „Der Druck auf den Sozialstaat wird wachsen“, erwartet der Politologe Emmerich Tálos. Er schlägt im Gespräch mit der TT vor, die Bemessungsgrundlage für Sozialbeiträge zu erweitern. Das Schlagwort dazu: „Wertschöpfungsabgabe“.

Die Idee: Betriebliche Sozialbeiträge sollten nicht – wie bisher – nur auf Basis der Lohnsumme errechnet werden. Vielmehr sollten auch andere Bestandteile der Wertschöpfung berücksichtigt werden: Gewinne, Mieten, Kapi­tal­erlöse, sonstige Einnahmen.

Der Vorteil laut Tálos: Die lohnabhängigen Abgaben könnten sinken, der Faktor Arbeit würde entlastet. Unternehmen hätten weniger Anreize, Menschen zu entlassen – und würden neues Personal leichter einstellen. Profitieren könnten Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Personaleinsatz. Kapitalintensive Unternehmen wie Versicherungen und die Energiewirtschaft müssten mehr bezahlen.

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