Groß angelegte Impfungen mit „Sputnik V“ in Moskau gestartet

In Russland haben die Behörden 28.782 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 508 auf 42.684. Knapp 8.000 Neuansteckungen wurden allein in der Hauptstadt Moskau registriert. Dort wurde am Samstag auch mit groß angelegten Impfungen begonnen. In 70 Kliniken wurde der von russischen Wissenschaftern entwickelte Impfstoff „Sputnik V“ verabreicht.

Zuerst wurden Mitarbeiter des Bildungs- und des Gesundheitswesens sowie sozialer Dienste gegen die Lungenkrankheit Covid-19 geimpft. In der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole hatten sich Tausende dafür einen Termin geben lassen. Die Impfungen sind kostenlos und freiwillig. Zugelassen waren aber zunächst nur Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren. Impfen lassen kann sich, wer in seinem Beruf viel Kontakt mit anderen hat und deshalb einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Nach der ersten Impfdose ist nach 21 Tagen eine zweite Injektion erforderlich. Moskau verzeichnete am Samstag 7.993 neue Corona-Fälle - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag.

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor den Start der Massenimpfung in Russland für kommende Woche angekündigt. Demnach sollen noch im Dezember rund zwei Millionen Impfdosen verabreicht werden. Allerdings hat Russland Probleme, das Vakzin in großen Mengen zu produzieren. Der 68-jährige Putin hat sich nach Kremlangaben bisher nicht selbst impfen lassen. Die Wirksamkeit der Impfung wird mit 95 Prozent angegeben. Unabhängige Studien zu dem Impfstoff sind aber bisher nicht bekannt.

Russland gehört zu den weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Staaten. 28.782 Neuinfektionen kamen am Samstag hinzu. Die Zahl der Corona-Toten wurde mit 42.684 angegeben.

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Indes erreichte die Zahl der innerhalb eines Tages erfassten Corona-Neuinfektionen in den USA mit 227.885 Fällen den zweiten Tag in Folge einen Höchststand. Der bisher höchste Wert war erst am Vortag mit rund 217.000 neuen Fällen verzeichnet worden, zeigten Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Samstagfrüh. Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Toten überschritt den vierten Tag in Folge die Schwelle von 2.500. Am Freitag wurden 2.607 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion verzeichnet. Der Höchstwert war am Vortag mit 2.879 Toten registriert worden. Nach dem Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche hatten Experten wegen Reisen und Familientreffen mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen in den USA gerechnet.

Aus Deutschland wurden indes 23.318 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind etwa 1.600 mehr als vor einer Woche, berichtete das Robert-Koch-Institut. Trotz des Teil-Lockdowns bleibt die Zahl der Ansteckungen damit auf einem hohen Niveau. 483 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle auf 18.517. Erst am Mittwoch hatte es mit 487 Todesfällen einen neuen Höchstwert gegeben. Insgesamt haben sich bislang mehr als 1,153 Millionen Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Als genesen gelten dem RKI zufolge etwa 835.700 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 138,7 pro 100.000 Einwohner.

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen verhängt San Francisco neue Lockdown-Maßnahmen. Ab Sonntagabend müssen in der kalifornischen Metropole sowie in vier weiteren Bezirken der Bucht von San Francisco Restaurants den Betrieb im Freien einstellen, wie Bürgermeisterin London Breed ankündigt. Auch sogenannte körpernahe Dienstleistungen seien davon betroffen. Der Einzelhandel müsse die Kundenzahl in den Geschäften stark begrenzen. Spielplätze und Zoos würden geschlossen und die meisten Versammlungen in der Öffentlichkeit verboten. Die Bürger sollten weitgehend zu Hause bleiben. Sie wolle nicht auf Maßnahmen des Bundesstaates warten, die regional je nach Auslastung der Intensivstationen angekündigt seien, sagt Breed. Die Einschränkungen gehören zu den strengsten aller größeren US-Städte.


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