Massentest von Lehrpersonal in sechs Bundesländern

In Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, der Steiermark, Kärnten und Salzburg haben am Samstag die Corona-Massentestungen für Lehr- und Kindergartenpersonal begonnen. In Niederösterreich sind etwa 900 Soldaten und zivile Bedienstete des Militärs gemeinsam mit Freiwilligen und Sanitätern der Rettungsorganisationen an 29 Standorten im Einsatz. Testen ließen sich auch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und seine Frau, und zwar im Bundesgymnasium Perchtoldsdorf.

Wie viele vom pädagogischen Personal das Angebot an diesem Wochenende in Anspruch nehmen werden, lasse sich nicht genau sagen, so Faßmann - zumal in Wien, Tirol und Vorarlberg Lehrerinnen und Lehrer im Zuge des allgemeinen Massentests mitgetestet werden. „Ein Erfolg ist, wenn möglichst viele teilnehmen. Das ist die Standardantwort, aber das ist auch die berechtigte Antwort. Wenn sich viele testen lassen und wir eine Chance haben, jene asymptomatischen Personen, die gar keine Symptome haben, zu erkennen und dann aus der Infektionskette herauszunehmen, dann ist das sehr wertvoll. Wir wollen ja am Montag einen sicheren Schulstart haben und diese Testung ist sicherlich eine Voraussetzung für diesen sicheren Schulstart“, sagte Faßmann.

Überdies unterstrich der Minister, dass es wichtig sei, diese Testungen nicht nur einmal, sondern mehrmals durchzuführen. „Das ist eine wichtige Sache, um die Schule zu einer sicheren Schule gestalten zu können.“ Denn so ein Test sei eine Momentaufnahme.

Der gleich zu Beginn große Andrang in den Teststationen blieb laut Sebastian Schubert vom Militärkommando Niederösterreich an allen Standorten stets „bewältigbar“ und habe sich mittlerweile beruhigt. Die Testungen finden am Samstag und Sonntag von 7 bis 19 Uhr statt, zur Untersuchung kann man sich online für ein Zeitfenster in der gewünschten Teststation anmelden. Mit Stand Samstagfrüh hatten sich 24.730 der rund 36.000 Schul- und Kindergarten-Mitarbeiter für eine Untersuchung in Niederösterreich angemeldet.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Sollte eine Registrierung online nicht möglich sein, kann sie an diesem Wochenende auch an Ort und Stelle auf dem Papier nachgeholt werden. Die Testergebnisse liegen nach Angaben des Bundesheeres nach etwa 15 bis 20 Minuten vor und werden den Untersuchten per SMS mitgeteilt.

Obwohl beim Probelauf am Freitag noch einige Computerschwierigkeiten vermerkt worden waren, habe es am Samstag bisher keine IT-Probleme gegeben, berichtete Schuster. Aktuell werde das Programm des Gesundheitsministeriums verwendet, bei den für die kommende Woche geplanten Massentests soll das Land Niederösterreich jedoch eine eigene Plattform mit eigener Software zur Verfügung stellen.

Auch aus der Steiermark wurden bisher keine Zwischenfälle bei den Testungen gemeldet. Alles laufe ruhig, so Harald Eitner, Leiter der steirischen Fachabteilung für Katastrophenschutz in Graz. Die elektronische Anmeldung habe funktioniert, es sei ein guter Testlauf für die Massentests für die Bevölkerung nächstes Wochenende. Rund 20.000 Angehörige von Bildungsberufen hätten sich angemeldet, sagte Eitner. Es herrsche ein Kommen und Gehen, er hoffe, das bleibe so, sagte Eitner. Ein Zwischenergebnis über die Testungen des Samstag könnte eventuell am Abend vorliegen.

In Vorarlberg - wo pädagogisches Personal „mitgetestet wird - nahmen bis Samstagmittag 75.034 Personen an den Corona-Massentests teil. 277 der Tests (0,37 Prozent) erbrachten ein positives Ergebnis. Bis Samstagabend standen über 10.000 weitere Testungen an. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) appellierte ein weiteres Mal an die Bevölkerung, die Testmöglichkeit wahrzunehmen.

Die Teilnahme ist freiwillig. Daher müssen Lehrer und Lehrerinnen der Schule nicht melden, ob sie testen ließen. Anders schaut es aus, wenn der Antigentest ein positives Ergebnis liefert und dieses durch den im Anschluss durchgeführten PCR-Test bestätigt wird: In diesem Fall haben die Betroffenen die Schulleitung „unmittelbar danach darüber in Kenntnis zu setzen“, wie es hieß. Immerhin sei damit eine Gefährdung verbunden und der Dienstgeber müsse in die Lage versetzt werden, Ersatzpersonal zu organisieren bzw. weitere Schutzmaßnahmen zu treffen.

Auch in Oberösterreich „läuft alles gut und problemfrei“, sagte Gerhard Oberreiter vom Militärkommando . Die 20 Standorte seien rund um die Uhr beschäftigt, es herrsche aber kein Überandrang: „Vom Eintreffen bis zum Rausgehen brauchen die Leute durchschnittlich fünf Minuten. Alles läuft sehr diszipliniert ab.“

Die noch am Freitag herrschenden technischen Schwierigkeiten scheinen gelöst worden zu sein: Das Anmeldesystem habe die Personen gut verteilt. Vereinzelt seien bereits angemeldete Leute noch umgebucht und mittels SMS vom neuen Termin verständigt worden. Samstagfrüh um 8.00 Uhr waren für beide Testtage 27.000 Personen angemeldet - davon 17.300 für Samstag. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme, man kann sich nach wie vor anmelden“, sagte Oberreiter.

Aus Kärnten wurden rund 6.500 Anmeldungen gemeldet. Bis Mittag ließ sich bereits etwa die Hälfte testen. Davon wurden laut Landeskommunikation 24 positiv auf das Coronavirus getestet.

„Generell lief es gut, recht rund“, sagte Hauptmann Christoph Hofmeister vom Militärkommando zur APA. Beim Anmeldesystem habe es offenbar über Nacht Verbesserungen gegeben, im Gegensatz zu einem Testlauf am Vortag war es stabil. Acht Teststationen wurden in den Kärntner Kasernen aufgebaut, rund 500 Soldaten wurden eingesetzt.

Problemlos verlaufen auch die Tests im Burgenland. Die Software funktioniere gut und die zeitliche Staffelung bei den Anmeldungen sorge dafür, dass es keine Wartezeiten gebe, sagte ein Sprecher des Militärkommandos Burgenland. Mit Stand Samstagvormittag hätten sich rund 7.000 von insgesamt 8.000 Personen des Bildungspersonals angemeldet. Insgesamt gibt es neun Stationen, die sich allesamt in Bundesschulen befinden - eine in jeder Bezirkshauptstadt sowie in Pinkafeld und Frauenkirchen.


Kommentieren


Schlagworte