Neue Proteste gegen Machthaber Lukaschenko in Belarus

In Belarus (Weißrussland) wollen am Sonntag erneut Tausende Menschen zu Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko auf die Straße gehen. Die traditionelle Sonntagsdemonstration ist diesmal als „Marsch des Willens“ angekündigt. Trotz Gewaltandrohung der Polizei wollen sich die Gegner Lukaschenkos dem Druck nicht beugen und weiter Neuwahlen fordern.

Als Anführerin der Demokratiebewegung bekräftigte die 38-jährige Swetlana Tichanowskaja ihre Absicht, das Land übergangsweise nach einem Rücktritt Lukaschenkos zu führen. Die Protestierer sehen die ins Exil in die EU geflüchtete Frau als wahre Siegerin der Präsidentenwahl vom 9. August. Die Abstimmung, bei der sich Lukaschenko nach 26 Jahren an der Macht wieder zum Sieger erklären ließ, führte zur schwersten politischen Krise in der Geschichte des Landes. Der 66-Jährige lehnt einen Rücktritt ab.

In der Hauptstadt Minsk und in anderen Städten sind die Gegner Lukaschenkos aufgerufen, sich mit den weiß-rot-weißen Flaggen der Opposition jeweils zuerst in ihrem Wohnviertel zu versammeln und dann Demonstrationszüge zu bilden. Die friedlichen Proteste sind wie immer verboten - die Polizei nimmt jedes Wochenende Hunderte Menschen fest.

Die Bewegung fordert auch ein Ende der Polizeigewalt und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Bei den Protesten gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und rund 30.000 Festnahmen. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an. Er kann sich aber weiter auf die Unterstützung Russlands verlassen.

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