Hotels zu, Privatwohnung in Tirol via Airbnb zu haben

Während alle Beherberger bis 6. Jänner schließen mussten, werden Privatwohnungen über Buchungsplattformen vermittelt. Ein Schlupfloch.

Eigentlich ist die touristische Vermietung verboten. Privater Wohnraum kann aber vermietet werden.
© iStockphoto

Von Anita Heubacher

Innsbruck – „Über 6000 Airbnb-Wohnungsbetten in Kitzbühel und Umgebung waren binnen 24 Stunden ausgebucht“, berichtet FPÖ-Tourismussprecher Gerald Hauser. Auf die Zahl ist er durch einen Selbstversuch gekommen. „Das ist eine echte ‚Gnackwatschen‘ für alle regionalen Tourismusbetriebe, die erst nach den Weihnachtsferien im ‚Jännerloch‘ öffnen dürfen.“ Privatvermieter, Gastronomie und Hotellerie hätten viel Geld und Mühe in die Entwicklung von Corona-Konzepten gesteckt, hätten trotzdem zusperren müssen, um dann von der Vermietung von privatem Wohnraum über Airbnb ausgebremst zu werden.

Tatsächlich sind auf der Buchungsplattform ganze Wohnungen, Privatzimmer, Apartments und Suiten zu finden. In ganz Tirol und über die Weihnachtsfeiertage. Ein Button informiert über lokale Reisebeschränkungen und auch darüber, dass touristisches Reisen in Österreich nicht möglich ist. Buchen kann man trotzdem. Das hängt vom Gastgeber ab.

Airbnb-Vermieter bekämen weder einen Fixkostenzuschuss noch einen Umsatzersatz, sagt Hauser. „Das Interesse zu vermieten, ist wohl dadurch größer.“ Er glaubt, dass Österreicher das Angebot annehmen, um zum Skifahren nach Tirol zu kommen. Deutsche, Holländer oder sonstige Urlauber werden sich schwertun. Ab 19. Dezember wird an den Grenzen kontrolliert. Es gilt eine Quarantänepflicht bei der Einreise aus Risikogebieten. „Wenn Zweitwohnsitzler ihre Wohnung über die Feiertage nicht nützen können, könnten auch die sich unter die Vermieter mischen“, sagt Hauser. Sein Fazit: „Der Tourismus ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen, weil sich ÖVP und Grüne mit ihren Chaos-Verordnungen ständig überschlagen.“

Diesen Befund lässt ÖVP-Tourismussprecher Mario Gerber naturgemäß nicht gelten. Er räumt aber ein, dass es ein Schlupfloch über Airbnb gibt. „Die Plattform argumentiert, dass nicht touristisch vermietet wird, sondern die Wohnungen zum Wohnen vermittelt werden.“ Es zeige eben wieder, wie schwer es sei, solchen internationalen Plattformen beizukommen. Die Buchungsplattform booking.com hätte dagegen ihren Betrieb einstellen müssen, sagt Gerber.

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Auf booking.com finden sich noch Angebote. Wenn man versucht zu buchen, bekommt man eine Nachricht vom Hotel, dass der Betrieb geschlossen ist. Anders als Hauser glaubt Gerber nicht, dass viele Österreicher über Weihnachten zum Skifahren kommen werden. „Ein paar schwarze Schafe wird es geben, mehr nicht.“


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