Nach „Tirol testet“ Ernüchterung vor allem in den Städten

Viele Erfahrungen, viele Freiwillige, wenige Tests: Die Enttäuschung war gestern nicht nur in Innsbruck groß.

Tirol hat getestet: Doch vor allem in den großen Städten und Gemeinden gingen teilweise nicht einmal 30 Prozent der Menschen hin.
© Rudy De Moor

Von Marco Witting

Innsbruck – Enttäuscht. Ernüchtert. Auf der Suche nach Erklärungen. Von Masse war auch an Tag drei der landesweiten Tests nichts zu sehen. Im Gegenteil. Statt einer Steigerung gab es gestern in Innsbruck einen deutlichen Rückgang. Am Ende stehen 36.600 Tests in der Landeshauptstadt zu Buche. Ursprünglich hatte man einmal auf rund 70.000 gehofft. Doch diese Hoffnungen hatten sich schon am Freitag erledigt. „Einen Mix aus Gründen“ ortete BM Georg Willi gestern. Vom Wetter bis zur Angst, wegen eines möglichen positiven Tests nicht in die Arbeit gehen zu können. „Ich bin aber jenen Menschen dankbar, die hingegangen sind“, sagte Willi. Innsbrucks Stadtchef sah auch Licht – etwa die vielen Freiwilligen und die Erfahrungen, die man gewonnen habe. Erfahrungen, die man bei einer großangelegten Impfaktion nutzen könne. Ob es demnächst noch einen Massentest geben solle? Dazu wollte sich Willi nicht äußern. Dies sei nicht seine Aufgabe.

Der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner war da deutlicher. Er glaubt, dass sich die Massentests damit vorerst erledigt hätten. Auch in der Silberstadt blieb die Zahl der Tests hinter den Erwartungen zurück. Knapp über 3000 waren es am Ende. Auf bis zu 13.000 Menschen war man eingerichtet. „Überrascht“ habe ihn das, sagt Lintner. Es habe zu wenig „Grundsolidarität“ in der Bevölkerung gegeben. Und das, obwohl Schwaz gerade ein Hotspot bei Infektionen war. Ebenfalls auffällig: Die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund lag unter dem Durchschnitt. Und es gingen wohl eher Ältere zu den Tests als die Jungen.

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