Corona-Home-Office nicht steuerlich absetzbar

Weder anteilige Heizkosten noch die neuen Büromöbel sind im heurigen Corona-Jahr absetzbar. Gefordert wird eine Pauschale wie in Deutschland.

Auch wer sein Büro zu Hause neu einrichten musste, kann die Kosten derzeit nicht geltend machen.
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Innsbruck — Die Corona-Krise hat seit dem ersten Lockdown im März zu einem Home-Office-Boom geführt. Zahlreiche Behörden und Betriebe haben Mitarbeiter, wenn möglich, zur Eindämmung der Pandemie ins Home-Office geschickt. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte nutzten 96 Prozent der Unternehmen Home-Office im Lockdown umfangreich. Vor der Pandemie hatten 75 Prozent der österreichischen Unternehmen Home-Office für einzelne Personen möglich gemacht. Nicht nur arbeitsrechtlich, auch steuerrechtlich wirft das Thema Home-Office derzeit einige Fragen auf.

1️⃣ Können die Kosten für mein aufgrund der Corona-Krise eingerichtetes Home-Office steuerlich abgesetzt werden? Die Arbeiterkammer sagt dazu: Leider nein, für die, die vorübergehend zu Hause im Home-Office arbeiten müssen, sind Kosten für häusliches Arbeitszimmer, anteilige Miete, höhere Heizkosten oder Möbel nicht absetzbar.

2️⃣ Ist es möglich, meinen neuen Schreibtisch und Bürosessel abzuschreiben? Auch dies ist nicht möglich, dies wäre nur absetzbar, wenn auch das Arbeitszimmer absetzbar wäre.

3️⃣ Wann kann überhaupt ein Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden? Dies ist laut AK nur möglich, wenn es außerhalb des Wohnungsverbandes liegt oder wenn sich die gesamte berufliche Tätigkeit (auch vor Corona) nur im Arbeitszimmer abspielt.

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4️⃣ Sind Computer und IT absetzbar? Die Kosten für berufliche Nutzung von Computer und Co. sind jedenfalls — auch ohne Arbeitszimmer — steuerlich absetzbar. Standardmäßig wird eine berufliche Nutzung von 60 Prozent angenommen. Diese können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Wenn die Anschaffungskosten nicht höher als 800 Euro betragen, kann man die 60 Prozent sofort im Jahr des Kaufes abschreiben, wenn der Preis höher war, müssen die Kosten auf drei Jahre verteilt werden.

5️⃣ Wie werden diese Kosten steuerlich geltend gemacht? Dies geschieht per Steuerausgleich, also Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommenssteuererklärung per Formular oder finanz.online. Einzutragen sind die Beträge unter Werbungskosten. (ver)

Pauschale wird auch in Österreich gefordert

Wien, Berlin – Deutschland ist schon einen Schritt weiter. In der Corona-Krise sollen Beschäftigte im Home-Office durch Steuerentlastungen vor Mehrkosten geschützt werden. Denn: Wer mehr zu Hause ist, heizt mehr und verbraucht auch mehr Strom und ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer dürften die wenigsten haben. Für die Zeit nach Corona will der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil den Arbeitnehmern den Weg zum mobilen Arbeiten dauerhaft ebnen. Für jeden Tag Home-Office soll es eine Pauschale von 5 Euro geben, für maximal 100 Arbeitstage im Jahr – also höchstens 500 Euro –, hieß es. Es handelt sich dabei nicht um zusätzliches Geld, sondern um einen Betrag, der bei der Steuerberechnung vom Einkommen abgezogen wird.

In Österreich arbeiten Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft (ÖGB) an einer Lösung. Neben der Bereitstellung der direkten Arbeitsmittel (Laptop, Diensthandy, etc.) müsse der Arbeitgeber die durch die Heimarbeit entstehenden Kosten für Internet und Strom übernehmen. Dafür eigne sich am besten die Vereinbarung einer Pauschale, die der Arbeitnehmer monatlich erhalte. Als Mindest-Untergrenze für die laufenden Zusatzkosten durch Home-Office wie Internet, Strom oder Heizung werden monatlich 25 Euro für angemessen gehalten, es komme aber immer auf die jeweilige Situation an. Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf (ÖVP) geht davon aus, dass man sich bereits kommende Woche auf Sozialpartner-Ebene auf eine langfristige Regelung des Home-Office einigen wird. (ver)


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