Noch überschaubar: Einkaufsstart in Tirol war erst ein Probelauf für 8. Dezember

Teils rege, teils überschaubar war gestern der Zustrom in Tirols Einkaufszentren. Auffällig war die hohe Disziplin der Kunden.

Vor einigen Shops im Innsbrucker Einkaufszentrum Dez wurden „Anstellzonen“ eingerichtet, um Besucher zu lenken.
© Domanig

Von Michael Domanig und Wolfgang Otter

Wörgl, Innsbruck – Die junge Frau an der Kasse eines Geschäfts im Wörgler Einkaufszentrum M4 bleibt geduldig. „Bitte nicht hier hereingehen – der Eingang ist im unteren Stock, hier ist nur der Ausgang“, musste sie an diesem ersten verkaufsoffenen Tag nach dem Lockdown oft sagen. Im unteren Stock erhält man dann eine Nummer, damit die Kundenzahl auf die Geschäftsgröße abgestimmt bleibt. Aber noch gibt es keine Wartezeiten vor den Geschäften. Die Kauflust ist noch etwas verhalten. Trotzdem zeigt man sich im M4 zufrieden. „Der Besuch ist gut“, meint Centermanagerin Daniela Schlemmer. Und sie lobt, zu Recht, wie der TT-Augenschein zeigt, die Disziplin der Kunden und Händler. Zudem hat zahlreiches Securitypersonal ein scharfes Auge auf die Einhaltung der Auflagen wie Maskenpflicht. Aber das Ganze kann man auch gewissermaßen als Probelauf sehen, für heute wird mehr Ansturm erwartet.

Im Wörgler Einkaufszentrum M4 (l.) war die Kundenfrequenz gestern noch verhalten.
© Otter

Beim Innsbrucker Einkaufszentrum Dez ist der Parkplatz bereits zu Mittag prall gefüllt, die Frequenz beachtlich. Das bestätigen auch Gruppenkommandant Patrick Mayr und seine Kameraden von der Amraser Feuerwehr, die bei der Zufahrt postiert sind und im Austausch mit der Centerleitung die Verkehrsströme rund ums Dez steuern. Sollte die maximale Besucherkapazität erreicht werden, würden sie die Autofahrer weiterleiten. Bis jetzt sei aber trotz regem Andrang „alles im Rahmen“.

„Leute flanieren weniger, kaufen zielstrebiger ein“

Auch im Dez wird allseits die Disziplin der Besucher gelobt: „Die Leute fragen, ob sie hereindürfen“, meint etwa Silvia Achamme­r von „Uhren und Schmuck Katrin“ – viele würden z. B. nach dem Lockdown neue Uhr-Batterien besorgen.

Ein „dickes Kompliment“ an die Kunden kommt auch von Dez-Manager Helmut Larch: „Sie gehen super mit den Hygiene- und Sicherheitsregeln um, dadurch ist Shoppen wieder möglich.“ Der Zustrom sei für den Start nach dem Lockdown „sehr gut“ – wobei auch er damit rechnet, dass die Frequenz in den nächsten Tagen noch zulegt. Bei den Haupteingängen habe man „Anstellzonen“ aufgebaut, „um reagieren zu können, falls der Andrang überdimensional werden sollte“.

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Verkaufsstart war auch im Kaufhaus Tyrol.
© Vanessa Rachlé / TT

Im Innsbrucker Sillpark, im Kaufhaus Tyrol, bei Ikea oder Obi ist zumindest beim gestrigen Lokalaugenschein nichts Ungewöhnliches zu beobachten, der Zustrom wirkt überall relativ normal.

Erich Pechlaner vom Völser Einkaufszentrum Cyta wiederum spricht von einem „guten Weihnachtstag“, er sei „total zufrieden“ – von der Frequenz von Wochenendtagen sei man aber noch entfernt. „Personenanzahl und Abstände einzuhalten, war kein Problem.“ Was ihm auffällt: „Die Leute flanieren weniger, kaufen zielstrebiger ein.“ Und ohne Gastro mit Aufenthaltsbereichen sei die Verweildauer generell deutlich geringer.


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