Weihnachtsgeschäft: In Österreich bis zu 30 Prozent Umsatzminus erwartet

Trotz Online-Wachstum erwartet die KMU Forschung einen starken Einbruch des Weihnachtsgeschäfts. Faktoren unter anderem Rekord-Arbeitslosigkeit und Corona-Kurzarbeit.

Symbolbild.
© Thomas Böhm

Wien, Innsbruck – Der Lockdown und die Corona-Wirtschaftskrise werden das heimische Weihnachtsgeschäft nach Ansicht des Handelsexperten der KMU Forschung Austria, Wolfgang Ziniel, beispiellos einbrechen lassen. Generell belasten würde das Weihnachtsgeschäft die wirtschaftliche Lage und die geplanten niedrigeren Ausgaben der Konsumenten – Stichwort Rekord-Arbeitslosigkeit und Corona-Kurzarbeit.

Das stationäre Handelsgeschäft leide außerdem unter der Corona-bedingt weiterhin aufrechten Sperre der Gastronomie und der Weihnachtsmärkte. Damit würden wichtige Frequenzbringer für das Filialgeschäft der Händler fehlen.

Rückgang zwischen zehn bis 30 Prozent

In einem optimistischen Szenario werde es im stationären Einzelhandel einen Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft von 10 Prozent, in einem negativen Szenario von über 30 Prozent geben, sagte Ziniel. Das deutliche Plus im Online-Handel könne das Minus im Filialgeschäft aber bei Weitem nicht ausgleichen.

Als Weihnachtsgeschäft zählt nur der Mehrumsatz im Dezember, der das Normalmaß der Monate Jänner bis November übersteigt. 2019 erzielten die Einzelhändler in Österreich laut Berechnungen der KMU Forschung Austria einen Weihnachtsumsatz von 1,545 Mrd. Euro im Filialgeschäft und 118 Mio. Euro entfielen auf inländische Online-Shops.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Bei ausländischen Internethändlern wie Amazon, Zalando & Co. gaben die Österreicher für Weihnachtsgeschenke im Vorjahr etwas mehr aus als bei inländischen Online-Shops, genauere Zahlen dazu gibt es aber nicht.

Tirols Sportartikelhändler in Tourismusregionen drohen laut der Wirtschaftskammer sogar Umsatzausfälle von bis zu 70 Prozent. Denn von Dezember bis März sei die umsatzstärkste Zeit, in der rund 70 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet würden. Durch das Ausbleiben der Touristen und den drohenden Ausfall der Wintersaison stehe man vor Existenzängsten. (TT, APA)


Kommentieren


Schlagworte