Stanzacher Tüftler zeigt Corona mit „schneller Eisbox“ die kalte Schulter

Thomas Fuchs hat eine Eisbox entwickelt. Sie ermöglicht den Bau künstlicher Eisflächen ohne viel Aufwand.

Thomas Fuchs (r.) mit einer von ihm entwickelten Eisbox. Inzwischen wird der Erfinder von Mitarbeiter Markus Hornstein (l.) unterstützt.
© Tschol

Von Simone Tschol

Stanzach – Am Anfang steht eine Idee. Dieser folgt eine Vision und dann beginnt die harte Arbeit. So nahmen viele unternehmerische Erfolgsstorys ihren Lauf – nicht selten von einer Garage aus.

Ähnlich erging es auch Thomas Fuchs aus Stanzach. Der 42-Jährige sammelte über mehrere Jahre hinweg als Angestellter Berufserfahrung. Doch tief in ihm schlummerte der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Die Frage, in welchem Bereich, stellte sich für den gebürtigen Stanzacher nicht: „Eis ist mein Metier. Wenn man da einmal drin ist, kommt man nicht mehr weg.“

2012 gründet er die Fuchs GmbH, baut seitdem mobile Eisbahnen und verkauft das dafür notwendige Equipment wie beispielsweise die Maschinen zur Eisaufbereitung. Die Zusammenarbeit mit drei großen italienischen Firmen ermöglicht ihm den Zugriff auf über 400 Eisbahnen.

Personeller und ökologischer Aspekt berücksichtigt

Was Fuchs aber immer störte, war der enorme Personalaufwand, der für den Aufbau von Kunsteisbahnen nötig ist. Also musste eine Lösung her. Und die Suche danach begann mit zwei einfachen Kühlschränken. „Ich wollte wissen, wie viel Fläche man mit zwei handelsüblichen Kühlschränken kühlen kann“, beschreibt Fuchs die Anfänge. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen ging er ans Werk, baute einen Prototyp und 2016 begann er mit der Entwicklung der „schnellen Eisbox“. Dieser durchlief eine Designstudie, die notwendige CE-Prüfung und den Produktmusterschutz.

Heuer ist die Box in Produktion gegangen. Und die ersten Exemplare wurden bereits verkauft. „Das Spezielle an der Eisbox ist, dass sie quasi jeder selbst auf- und abbauen kann. Das System ermöglicht eine Eisfläche mit einer variablen Breite von 3,20 bis 5 Meter und 30 Metern Länge. Und wer eine größere Eisfläche möchte, kann beliebig viele Boxen aneinanderreihen“, erklärt Fuchs.

Für ihn ist mit der Erfindung nicht nur das Personalproblem gelöst. Auch der ökologische Aspekt sei bei der Entwicklungsarbeit wichtig gewesen: „Zum einen muss damit nicht immer alles quer durch Europa transportiert werden. Zum anderen haben wir ein integriertes Wärmerückgewinnungssystem geschaffen. Das heißt: Die Energie, die sonst als Abwärme ins Freie und damit verloren geht, kann der Kunde zum Beispiel ins Hotel einspeisen und so etwa im Wellnessbereich nutzen“, sagt Fuchs.

„Die Auftragsbücher sind voll“

Die Interessenten sind vorwiegend Städte und Gemeinden. Fuchs: „Aber natürlich wäre es auch im Privatbereich möglich.“

Von Krise kann bei der Fuchs GmbH trotz Corona keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. „Wir haben genug zu tun. Die Auftragsbücher sind voll“, freut sich der Unternehmer. Deshalb suchte sich Fuchs auch Unterstützung. Diese fand er in Mitarbeiter Markus Hornstein. Der 25-Jährige ist seit knapp fünf Monaten Fuchs’ rechte Hand. „Zudem kümmert er sich auch um den Social-Media-Auftritt der Firma und vergrößert das Netzwerk, das derzeit bereits von Stanzach bis Malaysia reicht“, so Fuchs. Der dezentrale Firmenstandort im Lechtal sei kein Problem: „Wir agieren vollkommen unabhängig.“


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