Salzburg greift gegen Atletico Madrid erneut nach den Sternen

Wie im Vorjahr (0:2 gegen Liverpool) freut sich RB Salzburg auf ein Finale in der Champions-League-Gruppenphase. Die Bullen müssen heute (21.00 Uhr/live auf Sky) gegen Atlético gewinnen.

Enock Mwepu und seine Salzburger Teamkollegen brauchen heute einen Sieg gegen Atletico, um ins CL-Achtelfinale einzuziehen.
© GABRIEL BOUYS

Salzburg – Ein Jahr nach der „magischen Möglichkeit“ im abschließenden Gruppenspiel gegen Liverpool öffnet sich für Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg heute (21.00 Uhr/live Sky) neuerlich die Tür zum Champions-League-Achtelfinale. Allerdings muss dafür ein Sieg gegen Spaniens Spitzenteam Atlético Madrid her. Für Trainer Jesse Marsch ist die Zeit reif: „Wir haben viel gelernt in den letzten elf Spielen, es ist an der Zeit, gegen einen Toptoptopgegner zu gewinnen.“

Gegen Liverpool endete der Traum vor fast genau einem Jahr mit einem 0:2. Atlético würde am Mittwoch ein Remis reichen, bei einer Niederlage wäre der Tabellenführer der spanischen Primera División im Achtelfinalrennen ausgeschieden. „Wir haben seit Juni über diesen Moment gesprochen. Mit unserer Mannschaft und Mentalität haben wir zuhause immer ein­e Chance“, gab sich Marsch optimistisch.

Dass das „Endspiel“ gegen den zweifachen CL-Finalisten (2014, 2016) in den Köpfen seiner Spieler fest verankert ist, zeigte sich am Wochenende. Da gab sich eine Rotationself der „Bullen“ mit dem 0:1 bei der Admira eine ungewohnte Blöße. Doch das soll Schnee von gestern sein. „Wir wollten eine frische Gruppe (für Atlético, Anm.) haben“, betonte Marsch. Und die hab­e man nun auch. Alle seien physisch voll da, selbst Stürmer Patson Daka sei „zu hundert Prozent fit“. Fehlen wird abgesehen vom Langzeitverletzten Antoine Bernede, der wieder im Training steht, einzig der gesperrte zentrale Mittelfeldmann Mohamed Camara. Marsch machte sich keine Sorgen: „Wir sind sehr flexibel.“

Bei aller Emotion („Eines der größten Spiele in der Geschichte des Vereins“) gelte es, voll konzentriert auf die taktischen Vorgaben zu sein, sagte Marsch. „Selbstvertraue­n, Aggressivität, unsere Power und Leidenschaft“ seien gefragt, aber eben auch der Kopf. „Wir müssen aggressiv, aber auch schlau, geduldig sein. Wir müssen auch verstehen, dass es nicht nötig ist, die Partie in den ersten 20, 30 Minuten zu gewinnen.“

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⚽ Champions League, 6. Spieltag - Mittwoch

Gruppe A

  • 21:00 Uhr: Red Bull Salzburg - Atletico Madrid (Sky)
  • 21:00 Uhr: Bayern München - Lok Moskau (DAZN)

Gruppe B

  • 21:00 Uhr: Real Madrid - Borussia Mönchengladbach (DAZN)
  • 21:00 Uhr: Inter Mailand - Schachtar Donezk (DAZN)

Gruppe C

  • 21:00 Uhr: Manchester City - Olympique Marseille (DAZN)
  • 21:00 Uhr: Olympiakos Piräus - FC Porto (DAZN)

Gruppe D

  • 18:55 Uhr: Ajax Amsterdam - Atalanta Bergamo (DAZN)
  • 18:55 Uhr: Midtjylland - Liverpool (DAZN)

Gruppe H

  • 18:55 Uhr: PSG - Istanbul Basaksehir (Fortsetzung vom Dienstag)

Der Respekt vor dem Gegner war freilich herauszuhören. „Im Moment ist Atlético eine überragende Mannschaft“, erklärte Marsch. „Sie haben wenige Tore kassiert und stark gespielt. Es wird ganz eng von Anfang an. Beide Teams geben nicht viel her.“ Mergim Berisha, der mit vier Toren – sein eigentliches fünftes wurde als Eigentor von Atlético-Verteidiger Felipe gewertet – zumindest bis gestern Abend sechstbester Scorer in der Königsklasse war, strotzte vor Selbstvertrauen: „Wir haben sehr oft gezeigt, dass wir gegen so einen Gegner mithalten können. Kleinigkeiten haben entschieden.“

Atlético ist bekannt für seine defensive Stärke. In der Liga (zwei Gegentore in zehn Spielen) sind die „Colchoneros“ kaum zu überwinden, in der Königsklasse hat man in fünf Partien aber bereits fünf Gegentore kassiert – zwei davon gegen Salzburg. „Kopfzerbrechen“ bereite seiner Truppe die CL, erklärte Simeone zuletzt. „Wir haben beim Hinspiel schon zwei Treffer erzielt, das heißt, auch wir haben gezeigt, was wir leisten können, zuletzt in Moskau (3:1, Anm.), bei den Bayern (1:3) und auch in Madrid“, stellte Bullen-Coach Marsch fest. In letzterem Spiel lag die Simeone-Elf am 27. Oktober 1:2 in Rückstand und stellte den 3:2-Erfolg erst in der 85. Minute sicher.

Der heutige Abend könnte allerdings – selbst wenn das höchst unwahrscheinlich ist – auch mit einer totalen Enttäuschung enden. Dann nämlich, wenn Lok Moskau im Parallelspiel in München gewinnt und Salzburg verliert oder remisiert. Das würde den Rückfall hinter Lok auf Platz vier bedeuten und damit die Türe zum Umstieg in die Europa League zufallen lassen. „Unser Blick in der Tabelle ist nach oben gerichtet“, betonte Defensivmann Maximilian Wöber. Die Bullen streben nach Höchstem ... (t.w., APA)


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