Wienbibliothek zeigt Briefe und Dokumente von Adolf Loos

Morgen, Donnerstag (10. Dezember), jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Architekten Adolf Loos (1870-1933), der zu den Wegbereitern der modernen Architektur zählt. Neben der Ausstellung „Adolf Loos. Privathäuser“ im MAK ist ab morgen auch eine Präsentation von originalen Briefen, Schriften und Dokumenten von Loos zu sehen. Gezeigt werden sie in den Loos-Räumen der Wienbibliothek in der Bartensteingasse, wo ein 1907 von Loos gestaltetes Speisezimmer aufgebaut ist.

Die Wienbibliothek im Rathaus konnte 2008 eine Dokumente-Sammlung aus dem Erbe des Loos-Forschers Franz Glück erwerben. „Im Mittelpunkt steht dabei der schreibende Loos, der - noch bevor es den bauenden Loos gab - mit seinen unorthodoxen, provokant vorgetragenen Essays und Bonmots von sich reden machte“, heißt es. Dabei stehen seine literarischen Arbeiten, sein lebensreformerisches Wirken und sein eng geknüpftes Netzwerk im Vordergrund.

„Der Bestand zu Adolf Loos belegt einmal mehr, wie die ebenso in der Wienbibliothek aufbewahrten bedeutenden Nachlässe von Karl Kraus oder Felix Salten, dass eine derartige Quellensammlung nicht nur die vielfältigen Facetten einer außergewöhnlichen Persönlichkeit aufzeigt, in ihr spiegelt sich zugleich das Wesen einer ganzen Epoche wider“, betont Wienbibliothek-Direktorin Anita Eichinger. Zu diesen Facetten zählt die voranschreitende Ertaubung von Loos, der ab 1932 gehörlos war und ab den späten 1920er-Jahren Konversationszettel und -hefte verwendete, ebenso wie seine Pädophilie.

Zum Prozess, bei dem er sich wegen des sexuellen Missbrauchs von drei minderjährigen Mädchen verantworten musste, haben sich im Nachlassteil der Wienbibliothek nur wenige Dokumente erhalten. Im bereits vor längerem im Metroverlag erschienenen Begleitband hat sich Andreas Brunner jedoch ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt.

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„Gehet doch schnell die Ausstellung besuchen...!“, heißt zwar der Titel der von Gerhard Murauer in Zusammenarbeit mit Sylvia Mattl-Wurm kuratierten Ausstellung, doch kann man sich damit bis 9. April 2021 Zeit lassen. Die Ausstellung im MAK ist bis 14. März zu sehen.

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