Heftige Schneefälle in Teilen Österreichs

In Teilen Österreichs ist es wegen heftiger Schneefälle zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen gekommen. In Kärnten waren laut Polizei zahlreiche Straßen gesperrt - entweder wegen Lawinengefahr oder wegen umgestürzter Bäume. 4.000 Haushalte waren Mittwochfrüh ohne Strom. Auch in der Steiermark führte der patzige Schnee zu Problemen bei der Stromversorgung. In Osttirol waren 2.500 Haushalte ohne Strom, in Nordtirol konnten alle Störungen behoben werden.

Im Vergleich zu den vergangenen Tagen, als vor allem Oberkärnten von Stromausfällen betroffen war, zeigte sich am Mittwoch ein „vollkommen verändertes Bild“, teilte Kelag-Sprecher Josef Stocker mit: „Wir verzeichnen Störungen in den Bezirken Villach-Land, Feldkirchen, St. Veit an der Glan und Klagenfurt-Land sowie noch einige in Oberkärnten.“ Die Lage sei „dynamisch“, jüngst seien Störungen dazugekommen und es war auch nicht ausschließen, dass noch weitere folgen werden. An der Behebung der Schäden wurde mit Hochdruck gearbeitet, kärntenweit standen 160 Monteure im Einsatz.

Die Stadt Villach sperrte alle Parkanlagen und Friedhöfe, in Oberkärnten blieben Schulen geschlossen. Bereits in der Nacht auf Mittwoch mussten die Feuerwehren zu einigen Einsätzen wegen starker Schneefälle ausrücken. Im Gemeindegebiet von Moosburg (Bezirk Klagenfurt-Land) stürzte eine 20 Meter hohe Tanne über eine Landesstraße und auf eine Stromleitung, die teilweise abriss. In der Früh noch gesperrt war die B83 in Krumpendorf (Bezirk Klagenfurt-Land): Hier war ein Baum umgestürzt, weitere drohten unter der Schneelast zusammenzubrechen.

In Ferndorf (Bezirk Villach-Land) fiel in der Nacht ein Baum mit dem Wipfel auf ein Wohnhaus, er sollte bei Tageslicht entfernt werden. Die Landesstraße am Vorfallsort wurde komplett gesperrt. Ein Einfamilienhaus wurde in Spittal an der Drau von einem umstürzenden Baum getroffen, durch den Stamm mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern entstand Sachschaden. Weil weitere Bäume umzustürzen drohten, mussten vier Bewohner vorübergehend ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehr Spittal befreite die Bäume von der Schneelast.

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Wegen des Schneefalls kam es auch zu Verkehrsunfällen: In Köttmannsdorf (Bezirk Klagenfurt-Land) stürzte ein Baum auf eine Landesstraße. Ein 19-jähriger Klagenfurter schaffte es wegen der Schneefahrbahn nicht rechtzeitig anzuhalten und stieß gegen den Stamm. Er blieb unverletzt, das Fahrzeug wurde aber schwer beschädigt. In St. Urban (Bezirk Feldkirchen) kam eine 59-jährige Frau mit ihrem Auto von der glatten Fahrbahn ab und stürzte in ein Bachbett. Sie und ihre 74-jährige Beifahrerin wurden verletzt ins Klinikum Klagenfurt gebracht. Verletzt wurde auch ein 66-jähriger Autolenker bei Ferlach (Bezirk Klagenfurt-Land): Weil ein 18-jähriger Pkw-Fahrer einem anderen Auto ausgewichen war, geriet er ins Schleudern und prallte gegen das entgegenkommenden Auto des 66-Jährigen.

Gesperrt waren in der Früh die Loiblpassstraße, die Wurzenpassstraße, die Straße über den Gailbergsattel und die Gurktalstraße wegen umgestürzter Bäume. Wegen Lawinengefahr gesperrt war der Plöckenpass, die B90 auf das Nassfeld sowie weiterhin die Straße ins Lesachtal.

In der Steiermark meldete der Landesenergieversorger mehr als 70 ausgefallene Trafostationen im Süden und im Westen des Bundeslandes. Rund 2.600 Haushalte waren daher in der Früh ohne Strom. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, um die Stromversorgung möglichst rasch wiederherzustellen, postete Energie Steiermark auf Facebook.

Während die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck nur ein wenig vom Schnee angezuckert ist, legte Frau Holle in Osttirol nach den heftigen Schneefällen noch einmal kräftig nach. In der Nacht kamen 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee dazu. In Anbetracht der vorherigen Niederschlagsmengen sei das schon „extrem“, hieß es von der ZAMG. Dies zeigte sich auch bei der Stromversorgung. In Osttirol waren noch 2.500 Haushalte ohne Strom, in Nordtirol konnten alle Störungen behoben werden, sagte Christian Ammer von der Tinetz. Dies sei allerdings nur eine „Momentaufnahme“, betonte er.

In Osttirol würden die größten Herausforderungen in der Erreichbarkeit der Störstellen liegen. Immer wieder würden etwa Bäume auf Leitungen stürzen, die Einsatzkräfte „stehen bis zu den Schultern im Schnee“, berichtete Ammer. Unter anderem mit drei Hubschraubern werde nun versucht, die Probleme zu beheben. Auch die Lawinengefahr war am Mittwoch noch sehr hoch. In Osttirol wurde die Lawinenwarnstufe „4“ ausgegeben, in Nordtirol galt in einigen Teilen die Stufe „3“. Das bedeutet, dass in Osttirol vor allem an steilen Grashängen mit spontanen Lawinen gerechnet werden muss.

Die Schneelasten hielten die Einsatzkräfte weiter auf Trab. So wurde im Osttiroler Gaimberg in der Nacht auf Mittwoch ein Einfamilienhaus beschädigt, berichtete die Polizei. Eine Terrassenüberdachung stürzte ein, während die Feuerwehr noch daran arbeitete, die Schneemassen zu beseitigen. Es wurde niemand verletzt, die betroffene Familie musste die Nacht bei Bekannten verbringen und konnte nicht in ihr Haus zurückkehren.

Auch auf den Straßen waren die Auswirkungen ebenso weiter deutlich zu spüren. Zahlreiche Bundes- und Landesstraßen waren noch gesperrt. Die Felbertauernstraße (B108) zwischen Huben und Matrei in Osttirol konnte nicht befahren werden sowie die Brennerstraße (B182) zwischen Mühlbachl und Schönberg im Stubaital. Zudem herrschte zwischen Gries am Brenner und Brenner Schneekettenpflicht.

In Südtirol zeigte sich indes ein ähnliches Bild. Mittwochfrüh waren 2.300 Haushalte ohne Strom, die Feuerwehren absolvierten während der Nacht 150 Einsätze. Die Lawinengefahr blieb hoch, in großen Teilen Südtirols galt wie in Osttirol die Warnstufe „4“. Zahlreiche Passstraßen waren gesperrt sowie die Gadertaler Staatsstraße. Auch einige Zugstrecken konnten nicht freigegeben werden, darunter die Brennerbahnlinie und die Pustertalbahn. In Südtirol rechnete man aber ebenfalls mit einer Entspannung, in den vergangenen zwölf Stunden seien die Niederschlagsmengen gering gewesen, teilte das Land mit.


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