Nordkorea kritisiert Südkorea wegen Corona-Äußerung

Nordkorea hat empfindlich auf Zweifel aus Südkorea an seiner offiziellen Darstellung reagiert, bisher keinen nachgewiesenen Corona-Fall im Land zu haben. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, griff deswegen Südkoreas Außenministerin Kang Kyung-wha verbal an und drohte mit unbestimmten Konsequenzen.

Kim warf Kang vor, „rücksichtlose Bemerkungen“ gemacht zu haben und offensichtlich darauf aus zu sein, dass sich die innerkoreanischen Beziehungen weiter abkühlten. Die Erklärung Kims wurde am Mittwoch von Staatsmedien veröffentlicht.

Kang hatte in der vergangenen Woche bei einer Konferenz in Bahrain gesagt, Nordkorea richte den Fokus intensiv darauf, die Covid-19-Lage zu kontrollieren. Zugleich behaupte das Land aber, keinen Infektionsfall mit dem Coronavirus zu haben. Das sei schwer zu glauben.

Kangs Absichten seien sehr deutlich, erklärte Kim, die eine hochrangige Funktionärin der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei ist. „Wir werden ihre Worte niemals vergessen, und sie könnte dafür teuer bezahlen.“ Es war die erste bekannt gewordene Erklärung Kims seit dem Sommer, als sie nach einer gegen Pjöngjang gerichteten Propaganda-Flugblattaktion von Aktivisten in Südkorea mit Vergeltungsaktionen gegen Seoul gedroht hatte.

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Kim gilt seit schon seit einigen Jahren als einflussreiche Beraterin ihres Bruders Kim Jong-un. Im August hatte Südkoreas Geheimdienst seine Einschätzung mitgeteilt, die Schwester sei mittlerweile die „De-facto-Führerin Nummer zwei“ im abgeschotteten Nachbarland. Sie sei nun für die Politik Pjöngjangs gegenüber Südkorea und den USA verantwortlich.


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