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Tod eines Einzelgängers: „Warum hat uns niemand informiert?“

Der allein lebende Bruder einer Tirolerin ist verstorben. Erfahren hat sie es erst Tage später, ein Armenbegräbnis war bereits in Vorbereitung – ein gar nicht so seltenes Szenario.

Eine Innsbruckerin konnte ihren Bruder auf seinem letzten Weg schließlich doch noch begleiten und selbst die Beerdigung veranlassen.
© iStockphoto

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – „Wir hätten uns nicht gedacht, dass gleich etwas Schlimmes passiert war. Es kam öfter vor, dass wir ihn angerufen haben und er sich nicht zurückgemeldet hat.“ Der Bruder einer Innsbruckerin war ein Einzelgänger, Kontak­t gab es trotzdem regelmäßi­g. Dann erhielt die Familie einen Anruf eines Arbeitskollege­n, der fragte, ob sie denn wüssten, dass der 62-Jährige schon seit über eine­r Woche nicht mehr am Leben sei.

Nachdem sich sein Kollege nicht mehr gemeldet hatte, war er zu dessen Wohnung gefahren und erfuhr so, warum dieser nicht mehr zur Arbeit gekommen war. „Zum Glück war er dort, sonst wäre vielleicht noch mehr Zeit vergangen“, erzählt die schockierte Schwester. Zu diesem Zeitpunkt war der an Herzversagen verstorbene Mann bereits eingeäschert, ein Sozialbegräbnis in der Wohngemeinde in Planung. Zuständige Dienststellen waren davon ausgegangen, dass der zurückgezogen lebende Mann niemanden hatte.

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