Shiffrin sieht „ganze Saison als Aufholjagd“

Ski-Star Mikaela Shiffrin fühlt sich vor den ersten Weltcup-Einsätzen seit Levi vor knapp drei Wochen im Hintertreffen gegenüber anderen Athletinnen. „Die ganze Saison ist wie eine Aufholjagd für mich“, sagte die US-Amerikanerin am Mittwoch. „Jeder Tag fühlt sich wie ein Neustart an.“ Vor allem das Materialtesten sei über den Sommer zu kurz gekommen, da der direkte Kontakt zu ihrem Ausrüster Atomic wegen Reisebeschränkungen kaum möglich war.

„Normalerweise hätte ich jetzt schon 60 Schneetage von der Vorbereitung hinter mir, dieses Jahr haben wir 20 Tage, und das war nicht auf Bedingungen, auf denen wir eigentlich fahren würden“, erklärte Shiffrin, die den Saisonstart Mitte Oktober in Sölden wegen einer Rückenverletzung verpasst hatte. „Das hat uns noch weiter zurückgeworfen.“

Zuletzt sei beim Training auf der Reiteralm bei Schladming aber einiges weitergegangen. „Wir haben eine Menge geschafft, aber es liegt auch noch eine Menge vor uns“, meinte die 25-Jährige, die sich vorerst auf ihre Kerndisziplinen Slalom und Riesentorlauf konzentriert. Am Samstag und Sonntag stehen in Courchevel für die Ski-Damen zwei Riesentorläufe auf dem Programm.

„Ich denke nicht, dass es realistisch oder gescheit wäre, gleichzeitig in allen Disziplinen zu versuchen, meinen Rückstand aufzuholen. Deshalb versuche ich zu priorisieren, und die technischen Disziplinen machen am meisten Sinn. Darauf liegt ohnehin immer meine oberste Priorität“, führte Shiffrin aus, die nach dem Tod ihres Vaters Jeff im vergangenen Februar kein Rennen mehr bestritt. Auf Speed-Skiern sei sie seit den Rennen in Bansko Ende Jänner nicht mehr gestanden.

Sie könne derzeit nicht in den Dimensionen ihrer Erfolge der vergangenen Jahre denken, sagte Shiffrin. Es gehe ihr in erster Linie darum, in den Rennen, an denen sie teilnimmt, wieder konkurrenzfähig zu sein. „Hoffentlich kann ich am Ende der Saison dann wieder in Speed-Rennen starten und mit Selbstvertrauen skifahren.“ Ihre einzigen beiden Rennen seit Bansko absolvierte die dreimalige Weltcup-Gesamtsiegerin im November beim Slalom-Doppel in Levi nach 300 Tagen Weltcup-Pause. Sie erreichte dort die Plätze zwei und fünf.


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