Schnee-Aufräumarbeiten im Gang, Entspannung in Sicht

Die Bewohner und Einsatzkräfte in Kärnten, Tirol und der Steiermark kämpfen noch mit den Folgen der massiven Niederschläge. Doch die Lage sollte sich zusehends entspannen: „Ab Donnerstag beruhigt sich die Schneesituation nachhaltig“, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In Oberkärnten und Osttirol ist die Lawinengefahr weiter groß. In den betroffenen Kärntner Gemeinden bleiben die Volks- und Mittelschulen daher weiter geschlossen.

In acht vom Schneechaos betroffenen Gemeinden wurden die für das Wochenende geplanten Corona-Massentests verschoben, ein neuer Termin stand vorerst nicht fest. Auch auf den Straßen gab es Behinderungen, Schneekettenpflicht und Sperren wegen der Lawinengefahr oder der Gefahr umstürzender Bäume. Laut ÖAMTC waren zu Mittag zum Beispiel die Katschberg Straße (B99) zwischen Gmünd und Rennweg, die Plöckenpass Straße (B110) zwischen Kötschach-Mauthen und Oberdrauburg, aber auch in Richtung Italien sowie die Kleinkirchheimer Straße (B88) zwischen Radenthein und Bad Kleinkirchheim betroffen.

Rund 7.700 Kärntner Haushalte waren gegen Mittag nicht mit Strom versorgt. „Es ist ein Kommen und Gehen, Störungen werden repariert und neue kommen dazu“, sagte Kelag-Sprecher Josef Stocker auf APA-Anfrage. 160 Kärnten Netz-Monteure standen im Einsatz. Betroffen waren vor allem die Bezirke Villach-Land, Klagenfurt-Land, Feldkirchen und St. Veit an der Glan, aber auch Völkermarkt und Spittal an der Drau. In Villach wurden wegen der Gefahr herabstürzender Äste die Parks und Friedhöfe gesperrt.

In Osttirol waren in der Nacht auf Mittwoch nochmals 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee dazugekommen. Für den Nachmittag wurde Entspannung prognostiziert. Während in Osttirol vorerst rund 2.500 Haushalte ohne Strom waren, konnten in Nordtirol und vor allem auch im ebenfalls stark betroffenen Ötztal alle Störungen behoben werden. Mittels „Down-Wash“ sollte in Osttirol die Hauptstromleitung vom Schnee befreit werden, um einen Schneebruch zu verhindern. Ein Bundesheer-Hubschrauber sollte dafür zum Einsatz kommen.

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Die Lawinengefahr war in Osttirol nach wie vor hoch. Die Experten des Lawinenwarndienstes gaben die Gefahrenstufe „4“, also große Gefahr, aus. In Nordtirol herrschte verbreitet die Gefahrenstufe „3“. Auch auf den Straßen waren die Auswirkungen weiter deutlich zu spüren. Zahlreiche Bundes- und Landesstraßen waren noch gesperrt. Die Felbertauernstraße (B108) zwischen Matrei in Osttirol und Mittersill konnte nicht befahren werden sowie die Brennerstraße (B182) zwischen Mühlbachl und Schönberg im Stubaital. Um wieder eine Verbindung zwischen Osttirol und Kärnten auf dem Verkehrsweg herzustellen, unterstützte das Jägerbataillon 24 des Bundesheeres mit Lawinenaufklärung die Schneeräumung auf der Gailtalstraße (B111).

In der Steiermark setzte im Laufe des Vormittags fast in allen Landesteilen teils starker Schneefall ein. Schon am Morgen waren Dutzende Trafostationen der Energie Steiermark nicht am Netz, weil Bäume unter dem schweren Schnee umknickten und Leitungen gekappt wurden. 4.000 bis 5.000 steirische Haushalte waren deswegen zeitweise ohne Strom. Am stärksten betroffen waren die Süd- und die Weststeiermark, wo es seit den Morgenstunden geschneit hatte. In der Landeshauptstadt Graz wandelte sich erst am Vormittag der Regen in dichten Schneefall. Auf zahlreichen höher gelegenen Straßen wurde Kettenpflicht verhängt, dennoch waren Feuerwehren immer wieder mit hängen gebliebenen Lkw und Pkw beschäftigt.

Bald sollte in den betroffenen Gebieten aber Ruhe einkehren: „Der Schneefall in Osttirol und in Kärnten wird am Mittwoch im Laufe des Nachmittags schwächer und klingt spätestens in der Nacht auf Donnerstag völlig ab“, sagte Stefan Kiesenhofer von der ZAMG auf APA-Anfrage. „Der teils kräftige Schneefall und Regen in der Steiermark und im Südburgenland hält am Mittwoch hingegen noch an und breitet sich allmählich auch auf Niederösterreich, das Nordburgenland und Wien aus.“ Am Donnerstag klingen Schneefall und Regen dann allmählich überall ab.

Seit Freitag hatte es in Teilen Süd- und Westösterreichs extrem viel geregnet und geschneit - verbreitet zwischen 200 und 400 Liter pro Quadratmeter. Auswertungen der ZAMG zeigten Schneerekorde wie die höchste Dezemberschneehöhe in St. Jakob/Defereggen mit rund 140 Zentimetern sowie bei der 24-Stunden-Schneemenge, etwa in Umhausen im Ötztal mit rund 80 Zentimeter Neuschnee auf Sonntag. Auch Rekorde für die Niederschlagsmenge im gesamten Dezember zeichnen sich laut den Wetterexperten für Teile Süd- und Westösterreichs bereits ab.


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