Die gute Geschichte: Aus Fremden wurden Freunde

Vor fünf Jahren flüchteten drei junge Männer vor dem Bürgerkrieg in Syrien. In Götzens fanden sie ein neues Zuhause und schlossen Freundschaften, die bis heute halten.

Aus Fremden wurden Freunde: Gelwan, Helmut Wiederin, Anna Schöpf-Wibmer, Houssein und Peschuaz.
© Suitner

Götzens – Vor mittlerweile fünf Jahren kamen drei Männer aus Syrien von Traiskirchen über Umwege ins Flüchtlingsheim nach Götzens. Helmut Wiederin und Anna Schöpf-Wibmer aus Axams waren zwei von vielen Helfenden, die sich über den Verein MiM (Miteinander im Mittelgebirge) dieser Menschen angenommen haben.

Zu Beginn halfen sie den vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Geflüchteten beim Deutsch-Lernen und begleiteten sie bei Arztbesuchen. Es wurde ein Schwimmkurs abgehalten, auch ausgedehnte Wanderungen in die Umgebung standen auf dem Programm. Später halfen Anna und Helmut bei der Wohnungs- sowie Arbeitsvermittlung und begleiteten die Flüchtlinge zu den so genannten Interviews, also den Gesprächen mit der zuständigen Asylbehörde.

„Mich hat nicht interessiert, was andere denken"

„Für mich waren die Begegnungen immer toll. Ich wollte ihnen zeigen, dass sie willkommen sind und eine Chance bei uns haben. Daraus entwickelten sich Freundschaften, die bis heute geblieben sind“, freut sich Helmut Wiederin, der ehemalige Direktor des Instituts für Sozialpädagogik Stams.

Anna Schöpf-Wibmer ließ Gelwan und Peschuaz in eine frei gewordene Wohnung in ihrem Haus einziehen – obwohl es anfangs von verschiedenen Seiten Vorbehalte gab: „Mich hat nicht interessiert, was andere darüber denken. Gelwan und Peschuaz waren stets freundlich, ruhig und haben in der Nachbarschaft sehr viel Hilfsbereitschaft gezeigt, sodass die Vorurteile schnell verschwanden.“ Bereits drei Tage nach ihrem Einzug fuhr Anna auf Urlaub und vertraute den beiden jungen Männern ihr Haus an, was sie bis heute nicht bereut hat: „Von Anfang an hatte ich vollstes Vertrauen. Ich kann nur empfehlen, Menschen aufzunehmen. Sie werden sich dankbar zeigen“, resümiert die pensionierte Lehrerin.

Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen und die drei syrischen Flüchtlinge sind gut in Österreich integriert. Gelwan arbeitet in der Sanierung und Waschbox der Betonschalungen bei Fröschl-Bau, Houssein in der Lampenmontage bei der Firma Prolicht und Peschuaz in der Maschinen-Montage bei der Felder-Gruppe. Besonders der Kontakt zur heimischen Bevölkerung ist den Burschen wichtig, auch wenn es anfangs etwas gedauert hat, bis sie akzeptiert wurden: „Man braucht schon Zeit, bis einen die Menschen in die Arme schließen. Seit fünf Jahren gebe ich immer, bekomme aber auch viel zurück“, betont Houssein. „Ich bin seit dem ersten Tag dankbar, dass ich hier sein darf – vor allem dem Verein MiM sowie Anna und Helmut für die Unterstützung“, ergänzt Peschuaz. (TT)


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