Tourismusvereinigung-Chef Falkner: „300 Betten müssen die Grenze sein“

Tourismusvereinigung-Chef Josef Falkner kritisiert die zahlreichen Investoren-Großprojekte und fordert Grenzen bei Fläche und Bettenzahl.

TTV-Präsident Josef Falkner.
© TTV

Von Max Strozzi

Seefeld – „So kann es nicht weitergehen“, sagt Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung (TTV). Er reagiert damit auf die jüngst bekannt gewordenen touristischen Großprojekte unterschiedlicher niederländischer Investorengruppen in Tirol. In Seefeld beispielsweise errichten und betreiben Niederländer auf fast 30.000 m² Fläche bald einen 485-Betten-Ferienpark mit Lodges und Apartments. Hinzu kommt der bestehende Campingplatz, der aber deutlich auf 13.000 m² verkleinert wird. Die Gemeinde widmete die Flächen unlängst um, darunter auch 6000 m² Gemeindewald. Der Ferienpark setzt die Reihe von Großprojekten meist ausländischer Investorengruppen fort, die sich in den letzten Jahren in Tirols Tourismus immer mehr ausgebreitet haben.

„Die Raumordnung in Tirol geht in die falsche Richtung“, kritisiert Falkner: „Solche großflächigen Widmungen gehen auf keinen Fall. Die Raumordnung muss geändert werden, damit solche Größenordnungen nicht mehr zulässig sind.“ Bürgermeister hätten inzwischen sehr viel Handhabe. „Die Gemeinden sollen ja in einem gewissen Maß selbst agieren können. Doch das Land muss jetzt Maßnahmen setzen, damit man das Feld nicht solchen Großinvestoren überlässt.“

Tirols Tourismus sei auf Familienbetrieben aufgebaut. „Man muss aufpassen, dass diese Kleinstrukturiertheit erhalten bleibt“, warnt Falkner. Denn die zahlreichen Investoren, die Jahr für Jahr ins Land drängen, würden immer größer, weshalb es für einheimische Hotels immer schwieriger sei zu bestehen. Falkner fordert daher neben einer Flächen-Grenze auch ein Betten-Limit für Tourismusbetriebe: „300 Betten müssen die Obergrenze sein. Man muss Großinvestoren einen Riegel vorschieben, damit die Einheimischen einen Sinn sehen, weiterzumachen.“

Falkner selbst hat unlängst das „Castello“ in Sölden an die Tiroler Huter-Gruppe verkauft, die das Chaletdorf weiterbetreibt. Auch ausländische Großinvestoren hätten damals angeklopft. Deren Pläne seien aber „jenseitig“ gewesen.


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