Raus aus Öl und Gas: Verunsicherung in Tirol bei Heizungs-Umstieg

Gesetzliche Vorgaben bescheren dem Verein Energie Tirol doppelt so viele Anfragen. Es geht vor allem um den Austausch von Ölkesseln.

Mit ruhigem Gewissen klimafreundlich zu heizen, ist immer mehr Menschen wichtig, das Interesse an Förderungen ist groß.
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Innsbruck – Rund 70.000 Ölkessel gibt es in Tirol immer noch, im Vergleich mit anderen Bundesländern sind es besonders viele. Bis 2035 sollen laut Plänen der Regierung alle Öl-, bis 2040 alle Gaskessel gegen alternative Energiequellen ausgetauscht werden. Danach gilt ein Verbot für fossile Heizsysteme.

Schon seit Anfang dieses Jahres dürfen in Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut werden. Kessel, die älter sind als zehn Jahre, müssen bei großen Renovierungen erneuert werden. Ein generelles Tauschverbot schon ab 2021 – alte gegen neue Ölkessel –, wie einige befürchtet haben, ist dagegen vorerst nicht vorgesehen. Mit einer dahingehenden Regelung rechnet Bruno Oberhuber vom Verein Energie Tirol erst in den kommenden Jahren. Die Regelungen bzw. Pläne und der gestaffelte Abschied von fossilen Energieträgern führen jedenfalls dazu, dass die Unsicherheit groß sei. Die Folge davon ist, dass die Zahl der Anfragen an die Experten der unabhängigen Beratungsstelle des Landes und Ansprechpartner für alle Energiefragen zuletzt massiv zugenommen hat.

„Wir haben derzeit doppelt so viele Beratungen wie sonst“, sagt Oberhuber. Meistens geht es um jeweils passende alternative Heizmethoden, aber auch um Förderungen, die derzeit besonders hoch sind. Vielen ist es aber auch wichtig, klimafreundlicher zu heizen und selbst nicht weiter zur globalen Erwärmung beizutragen.

Was Förderungen betrifft, ist ein Umstieg derzeit durch die Kombination von Unterstützungen durch den Bund und das Land besonders attraktiv. Die Landesförderung beträgt 3000 Euro plus 25 Prozent Investitionszuschuss und wird laut Oberhuber sicher noch einige Zeit in Anspruch genommen werden können, die Los-vom-Öl-Bundesförderung im nächsten Jahr fortgesetzt.

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Corona-bedingt finden Beratungen der Mitarbeiter von Energie Tirol derzeit vor allem telefonisch und per Internet statt, erst seit ein paar Tagen sind für umfassendere Sanierungen wieder Gespräche vor Ort möglich. Das Vereinsbüro ist wieder ab 10. Jänner besetzt. Wegen des großen Interesses kann es zu Wartezeiten von zwei bis drei Wochen kommen.

Mehr als ein Viertel des Tiroler Energiebedarfs geht auf das Heizen von Wohnraum zurück. Durch Dämmung sanierungsbedürftiger Gebäude sowie Optimierung und Erneuerung veralteter Heizsysteme können bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs eingespart werden. Energie Tirol startet dazu ein Gewinnspiel, nähere Informationen: www.energie-tirol.at (ms)


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