Gemeinderat rüffelt Dorfchef von Nassereith

Nassereither Bürgermeister wird wegen seiner Amtsführung mehrheitlich kritisiert.

Die Mehrheit des Gemeinderates nahm sich bei der Kritik an BM Herbert Kröll (Mitte hinten) trotz Maskengebot kein Blatt vor den Mund.
© Paschinger

Nassereith – Der Brief an Bürgermeister Herbert Kröll ist schon einen Monat alt – die Antworten lieferte der Dorfchef aber erst am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung. Acht der 15 Mandatare hatten ihn unterschrieben. Darin kritisierten diese Gemeinderäte die Amtsführung Krölls. Einmal mehr ging es insbesondere um mangelnde Kommunikation in Richtung der Mandatare. Drei Anlässe wurden zur Sprache gebracht:

1 Die Errichtung einer Wasserleitung in Richtung Grundstück von GV Markus Leitner war einer der Punkte im Brief vom 12. November. Doch erst am Donnerstag klärte Kröll den Gemeinderat darüber auf, dass die Kosten der 480 m langen Leitung zu einer Viehtränke vom Land mit 15.000 Euro getragen würden. Die Arbeiten wurden von der Gemeinde durchgeführt. Die Stichleitung von dort zu Leitners Grundstück (40 m) habe dieser selber zu tragen. Diese Aufklärung führte dennoch zu Kopfschütteln seitens der Mandatare: „Das hättest du alles in einem Brief oder Mail früher aufklären können“, so Manuela Mayer. Daher blieb man insgesamt bei der Kritik an Krölls Vorgangsweise.

2 Seit Monaten beschäftigt den Gemeinderat ein altes Wegerecht, das seitens des Eigentümers seit Monaten streitig gemacht wird. Im Mai hatte der Gemeinderat deshalb den Bürgermeister beauftragt, Ersitzung oder Nichtersitzung mittels einer gerichtlichen Entscheidung feststellen zu lassen. Mittlerweile legte der Gemeindeanwalt in dieser Sache sein Mandat zurück, dessen Nachfolger empfahl – wie die Richterin auch – einen Vergleich. Dieser sieht eine zehnjährige Nutzung vor, Kröll hat unterschrieben. Die Mehrheit im Gemeinderat will aber diesen Vergleich nicht, sondern nach wie vor eine klare Entscheidung. Das Thema kommt daher in der nächsten Sitzung wieder zur Sprache.

3 Neu war am Donnerstag hingegen der Vorwurf, dass die Straßenbeleuchtung für ein Firmenschild von Krölls Sohn seit Oktober angezapft werde, ohne dass eine entsprechende Vereinbarung vorliege. Kröll verteidigte sich damit, dass er die Kosten erheben habe lassen. Diese betragen jährlich an die 100 Euro, für dieses Jahr würden 30 Euro bezahlt. Der Weihnachtsfriede ist damit aber nicht eingekehrt. (pascal)


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