Wundenlecken in Innsbrucker Koalition nach Abwahl von Schwarzl

Einen Tag nach der Abwahl von Uschi Schwarzl zeigte man sich in Innsbruck wieder „gesprächsbereit“.

Ein Bild mit Symbolcharakter: BM Georg Willi verlor am Donnerstag im Gemeinderat mit Uschi Schwarzl seine Vizebürgermeisterin.
© Thomas Boehm / TT

Von Marco Witting

Innsbruck – Gesprochen wurd­e viel am Donnerstagabend in der Innsbrucker Messe. Vier Stunden Debatt­e rund um den Abwahl­antrag gegen Uschi Schwarzl (Grün­e) als Vizebürgermeisterin änderten nichts am erwartbaren Abstimmungsverhalten. Schwarzl wird von den Grünen wieder in den Stadtsenat nominiert. Gestern zeigten sich alle Parteien „gesprächsbereit“. Viel mehr sagen wollt­e man in der Koalition dann aber nicht mehr.

Bürgermeister Georg Willi ist am Zug. Er lud gestern auch zu einem Gespräch ein. Das wird wohl am kommenden Dienstag stattfinden, ehe am Mittwoch schon die nächsten kritischen Punkte (Postenbestellungen) im Stadtsenat anstehen. Es sei jetzt „wichtig, dass wir erst einmal Druck rausnehmen“, sagte Willi. Er wolle mit den Koalitionären reden, „wie wir weiterhin für Innsbruck arbeiten können“. Alles auf Basis des Koalitionsabkommens. Willi möchte, dass „jetzt wieder Ruhe einkehrt“.

Ob für ihn noch der Koalitionsbruch oder Neuwahlen im Raum stehen? Willi sagt: „Nein, für mich nicht.“ Ganz nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“. Das hatte bei der Gemeinderatssitzung noch einigermaßen anders geklungen.

Nicht als Koalitionsbruch gesehen

Auch in den anderen Fraktionen war man gestern um Beruhigung bemüht. Die Abwahl von Uschi Schwarzl sahen ÖVP, FI und SPÖ schon in der Sitzung nicht als Koalitionsbruch. Dementsprechend signalisierte man allerorts eben die bereits erwähnte „Gesprächsbereitschaft“.

SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach strich hervor, dass man nun sehen müsse, wie man „für die Stadt gut arbeiten“ könne. Für-Innsbruck-Klubobmann Lucas Krackl wollte „keine Forderungen an die Partner über die Medie­n“ übermitteln. Man sei aber nach wie vor offen für Gespräche. Ähnlich auch bei der ÖVP. Klubobmann Christoph Appler wollte den Gesprächen aber „nicht vorgreifen“.

Es scheint wohl so, als würd­e die Koalition versuchen, sich über Weihnachten noch einmal zusammenzuraufen. Das Wort „Neuwahl“ wollte schon gar niemand in den Mund nehmen. Zwei Knackpunkte stehen aber an. Einerseits ist im Jänner das Amt des Vizebürgermeisters zu besetzen und zweitens geht es auch darum, was mit den Verkehrsagenden passiert. Die liegen vorerst wieder bei Willi selbst. Doch der Bürgermeister hat ja ohnehin ein Mega-Ressort. Es ist durchaus möglich, dass es zu inhaltlichen Rochaden kommt. Sofern man in den Gesprächen wieder auf einen Nenner kommt.


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