Weihnachtsshopping in Tirol: „Die Gastronomie fehlt uns“

Kein Glühwein, kein Kaffee. Der erste Einkaufssamstag im Advent blieb hinsichtlich der Kundenfrequenz in den Geschäften unterkühlt.

Einkaufen im Innsbrucker DEZ. Der Abstand bleibt bestmöglich gewahrt.
© Vanessa Rachle

Innsbruck, Wörgl – Die gemütliche Tasse Kaffee oder das Gläschen Prosecco, das Kiachl und der Glühwein am Adventmarkt – all das fehlt, denn heuer ist Weihnachtsshopping aus kulinarischer Sicht komplett ausgetrocknet. Und das drückt die Einkaufslaune ganz gewaltig.

Bei einem Rundruf der TT in großen Einkaufszentren in Tirol wurde zwar von einer „guten Frequenz“ berichtet, aber zugleich lautete der Tenor: „Die Gastro fehlt uns.“ Sebastian Schneemann (Kaufhaus Tyrol) berichtete zwar von „steigender Frequenz im Laufe der Woche“, aber zufrieden könne man heuer mit dem Weihnachtsgeschäft generell nicht sein. Was für ein Innenstadt-Einkaufszentrum wie dem Tyrol in Innsbruck noch für einen entsprechenden Kundenansturm fehlt, seien „die Touristen, zudem sind viele Leute noch in Home-Office“.

Daniela Schlemmer vom M4 in Wörgl berichtete von einem „beschaulichen Einkaufsverhalten, weniger hektisch als sonst“. Bei der Innsbrucker Dez-Centerleitung sprach man gestern hinsichtlich der Kundenfrequenz von Luft nach oben und fügte an: „Die Leute kaufen zudem ganz gezielt ein. Sie kommen zum Einkaufen und gehen wieder. Das Flanieren fällt komplett weg.“

„Die Kunden sind bereits vorinformiert“, wusste auch Tyrol-Centermanager Schneemann. Erfreulich sei, „dass viele sagen, heuer ganz bewusst lokal einzukaufen“. Zum Schwarzmalen sei es noch zu früh, zeige der Trend doch nach oben, hofft Schneemann. Zuversichtlich blickt man auch in den Schwazer Stadtgalerien auf den weiteren Verlauf, gestern war man sogar seitens der Centerleitung mit der Kundenfrequenz „sehr zufrieden“, besonders im Hinblick auf den Feiertag am Dienstag.

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Noch einen Dämpfer gab es gestern für das Vorweihnachtsgeschäft: Es gab zweitweise Probleme bei der Kartenzahlung durch eine Störung bei einem Internetprovider, wie Six Payment Services mitteilte.

Nach der ersten Handelswoche nach dem Lockdown zog der Handelsverband bundesweit eine durchwachsene Bilanz. „Gastronomie und Hotellerie fehlen dem Handel weiterhin sehr, insbesondere in den Wintertourismus-Regionen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg, aber auch in der Bundeshauptstadt Wien“, so GF Rainer Will. In den Einkaufszentren drücke die verkürzte Aufenthaltsdauer der Kunden die Umsätze nach unten. Dem Handel entgingen demnach auch weiterhin rund 150 Millionen Euro pro Woche. (wo, APA)


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