Gasleitung manipuliert - Prozess um mehrfachen Mordversuch

Wegen Mordversuchs und versuchter Brandstiftung muss sich ein 62-jähriger Mann am Montag am Wiener Landesgericht verantworten. Der Angeklagte, der mit Kredit- und Mietrückständen in Höhe von 45.000 Euro in der Kreide stand, soll vor seiner bevorstehenden Delogierung in seiner Wohnung die Gasleitung manipuliert und in Explosionsabsicht Gas ausströmen haben lassen. Laut Anklage schraubte er die Überwurfmutter eines Durchlauferhitzers ab, was einen massiven Gasaustritt bewirkte.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hätte bereits das Betätigen eines Lichtschalters genügt, um die in der Degengasse in Ottakring gelegene Wohnung in die Luft zu jagen, die der Beschäftigungslose nach der Manipulation bei geöffnetem Gashahn verlassen hatte. Als am 13. Juli 2020 kurz vor 8.00 Uhr eine Kommission des Bezirksgerichts eintraf, um die Wohnung zu räumen, und niemand auf das Klopfen reagierte, öffnete ein Schlosser die Tür. In der Wohnung nahmen dieser und der Gerichtsvollzieher dann Gasgeruch wahr, mit den Worten „Gas! Lauft‘s!“ schlugen die Männer Alarm, liefen nach draußen, leiteten die Evakuierung des Mehrpartienwohnhauses in die Wege und verständigten die Feuerwehr. Der 62-Jährige wurde am 17. Juli festgenommen.

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