Der Seeumrunder: Außerferner ging fast jeden Tag um den Plansee

Über 200-mal ist Wolfgang Wohlgenannt heuer schon um den Plansee gegangen.
© Herta Wohlgenannt

Reutte – 2020 wird als besonderes Jahr in die Annalen eingehen, auch beim Außerferner Wolfgang Wohlgenannt. Bei ihm könnte in der persönlichen Rückschau aber weniger das Kronenvirus die große Rolle spielen, als vielmehr der zweitgrößte See Tirols. Denn den kennt „Wowo“, wie er gerufen wird, besser als jeder andere. Zumindest den Weg um den See. Seit April umrundet er ihn fast jeden Tag.

Am 1. April hat Wohlgenannt seine Firma, das Außerferner Druckhaus, übergeben und ist in Pension gegangen. Damit sich „kein Loch auftut oder gar Langeweile breitmacht“, hat der 65-Jährige begonnen, den Plansee einzukreisen. Ohne Termindruck und Leistungsanspruch. Wowo geht jeden Vormittag die 14 km lange Runde. Da er die rund zweieinhalb Stunden dauernde Übung seit April schon 207-mal absolvierte, hat er bis zum gestrigen Montag 2896 Kilometer zurückgelegt – fünfeinhalbmal die Strecke vom Neusiedler zum Bodensee. Kommt er danach in Pflach nach Hause, duftet es schon in der Küche – Gattin Herta kocht à la minute für ihren Sportsmann.

Früher, ja früher, da lief er Marathon oder stieg neben der Arbeit in einem Jahr 129-mal auf den Pflacher Hausberg Säuling. An einem Tag sogar dreimal, um im Selbstexperiment zu erfahren, wie viel man nachlässt. Aber jetzt gehe er alles ruhiger an, ohne Ehrgeiz. Wohlgenannt will keine großen Worte verlieren, es mache ihn einfach frei. Störend empfindet er nur die vielen Radler, die unerlaubt am Weg sind. Freuen kann er sich etwa über das Wachsen eines Bootshauses, das der Oper von Sydney gleicht. Heute ist er wieder unterwegs. (hm)

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