Hilfe aus Prutz: Weihnachten in Nepal mit handgestrickten Socken

Der Prutzer Frizzey Light Verein startet eine Weihnachtstour zu vier Regionen in Nepal. Die Not aufgrund von Corona ist groß.

Der Frizzey Light Verein ist heuer im Großeinsatz. Die Verteilung der Hilfsgüter wird genauestens dokumentiert.
© Frizzey Light

Von Matthias Reichle

Prutz – Im Gepäck sind neben Anoraks, Schlafsäcken, Kappen und vielen anderen Hilfsgütern auch selbstgestrickte Socken aus Serfaus, die nepalesische Füße im Winter warmhalten sollen. Die Helfer des Prutzer Frizzey Light sind dieser Tage wieder auf einer Weihnachtstour im Himalaya-Staat unterwegs. Die Not ist groß.

„Die Corona-Pandemie hat Nepal lahmgelegt“, schlägt der Friedenskünstler Frizzey Greif derzeit Alarm. Die Wirtschaft ist von den Gästen abhängig, die zum Bergsteigen und für Trekkingtouren ins Land kommen. „Sherpas und Tageslöhner können ihre Familien nicht mehr ernähren, da sie vom Tourismus abhängig sind. Es gibt hier keine Versicherung.“

Greif organisiert seine Weihnachts-Helptour heuer aufgrund von Corona von Tirol aus – ständig klingelt das Telefon, täglich treffen neue Spenden ein. „Ich bin überwältigt“, so sein aktuelles Resümee. Und dafür sorgen unter anderem Zusendungen wie die einer Serfauserin, die Socken gestrickt hat.

Für das Gelingen der Hilfstour sorgt auch Greifs Partner vor Ort, Tshering Lama Sherpa. „Das Frizzey Light Team hat heuer vier Gebiete in Nepal ausgesucht, um Weihnachtspakete für die Schwerstbetroffenen vor Ort zu verteilen“, erklärt der Prutzer Künstler den Plan. Es sind die Tieflandregionen Okhaldhunga, Lumbini, Sarlahi und Chitwan.

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Die meisten Hilfsgüter werden direkt in Nepal besorgt, dazu kommen zwei jeweils über 100 Kilo schwere Pakete aus Tirol mit Kleiderspenden, Wanderschuhen, Stofftieren und Lesebrille. „Wir haben die Leute richtig infiziert“, freut sich Greif über die zahlreichen Unterstützer.

Sein Nepalverein hat es – wie viele Hilfsorganisationen heuer – nicht einfach. Veranstaltungen, die der Künstler in den letzten Jahren initiiert hatte, um Spenden zu sammeln, fielen aufgrund der Pandemie aus.

Alternativen wurden gesucht – unter anderem eine Online-Auktion, bei der Bilder heimischer Künstler unter den Hammer kommen. Das läuft gut, so Greif. „Wir haben inzwischen schon 10.000 Euro zusammen.“ Dass es gelungen ist, die Menschen trotz der Pandemie zu erreichen, habe ihn selbst verwundert. Er wird weiter um Hilfe werben – so kann jeder um sieben Euro pro Monat Lichtspender werden. Der Betrag entspreche einer Wurstsemmel und einem Limo. Einem hungernden Kind kann damit geholfen werden. Ein Spendenkonto gibt es bei der Raiba Oberland (IBAN: AT75 3635 9000 0102 8224). Infos unter www.frizzey-light.org/


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