Tiroler lässt Tradition aufleben: Tiroler Mundart fürs Altenheim

Kurt Pikl aus St. Johann lässt die Tradition im Internet und im KabelTV hochleben. „Hören und sehen ist ja doch einfacher, als die zum Teil schwierige Mundart zu lesen. Ich gehe davon aus, dass in zehn Jahren niemand mehr Mundart lesen kann“, sagt Pikl.

„Schleich di Corona“ – ein Bild von Kurt Pikl zur Weihnachtszeit.
© Pikl

Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Schon seit unzähligen Jahren beschäftigt sich der St. Johanner Kurt Pikl mit der Mundart. Vor rund 13 Jahren mündete sein Engagement schließlich in die Gründung des Vereins „Insa Tiroler Mundart“, deren Obmann Pikl ist. Nicht nur, aber gerade auch in Corona-Zeiten, bemüht sich der Verein, die Mundart ins Internet zu bekommen, damit sie einem größeren Kreis von Mundartfreunden zugänglich gemacht werden kann.

„Hören und sehen ist ja doch einfacher, als die zum Teil schwierige Mundart zu lesen. Ich gehe davon aus, dass in zehn Jahren niemand mehr Mundart lesen kann“, sagt Pikl.

Einmal im Monat gestaltet Pikl deshalb einen Beitrag, der auf www.gaudi-tirol.at publiziert wird. Weil aber sein Zielpublikum so um die 65+ liegt und nicht alle älteren Personen so gut mit dem Internet umgehen können, laufen die Beiträge auch im lokalen KabelTV und können so zum Beispiel auch im St. Johanner Altenheim empfangen werden.

„Ich bekomme gerade von dieser Seite sehr viele positive Rückmeldungen“, berichtet Pikl, der hofft, auch noch andere KabelTV-Anbieter von seiner Sendung überzeugen zu können. Bei den Beiträgen werden aber nicht nur Gedichte vorgelesen, es gibt auch Musik.

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Im heurigen Weihnachtsbeitrag etwa liest Mundartdichter Kurt Pikl nicht nur seine Gedichte vor, sondern auch die des bereits verstorbenen Herbert Jordan, und auch Kathi Kitzbichler aus Erl liest aus ihrem reichhaltigen Schatz an Gedichten. Zwischen den Gedichten gibt es weihnachtliche Musik vom Brandenberger Saitensprung, den Gassner Gitschen, der Holzklang Musig, dem Pitztalchor und der Alphorngruppe Rotbachtal. Pikl darf hier aus dem reichhaltigen Fundus des Tiroler Volksmusikvereins schöpfen.

Mundartgedichte von Pikl sind aber auch auf www.hoangascht.at und über den Youtube-Kanal hoangascht einzeln zu finden. Hier setzt der Mundartdichter verstärkt auf die Mithilfe der „Enkerl“. Die Beiträge können ja auch über einen Internet-fähigen Fernseher empfangen werden. „Das versuche ich in der Facebook-Generation damit zu bewerben, dass sie Oma und Opa helfen sollen, damit das geht. Am Fernseher schaut das am besten aus. Wie eine normale Fernsehsendung, weil das dafür optimiert ist“, erklärt Pikl, der weiß, wovon er spricht. War er doch vor seiner Pensionierung IT-Chef bei einem großen Unternehmen.

Nachdem Pikl aber langsam die Videos ausgehen, hat er ein neues Konzept mit Fotos und Musik am Laufen: Von Pikl selbst gemalte Bilder sowie Fotos von Fotografen werden mit Musik untermalt.


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