Schlag gegen Rechtsextremismus: Peter B., der rechte Waffendealer

Als Freigänger der JA Simmering organisierte der bekannte Neonazi Peter B. die Waffengeschäfte. Der 53-Jährige zählt zum harten Kern der Neonazis in Österreich.

Peter B. in den 90er-Jahren auf dem Weg in den Gerichtssaal.
© apa

Von Michael Sprenger

Wien – Automatische Waffen, Sprengstoff und Handgranaten für den Aufbau einer „rechtsextremen Miliz“ in Deutschland? Der Polizei ist bei Hausdurchsuchungen in der österreichischen Neonazi-Szene ein wichtiger Schlag gegen den Rechtsextremismus gelungen. Die zentrale Figur ist dabei Peter B. Der 53-Jährige zählt zum harten Kern der Neonazis in Österreich. Peter B. ist seit den 1990er-Jahren Teil des Netzwerkes in Deutschland und Österreich, hatte sehr enge Kontakte zur VAPO des Gottfried Küssel, gegen ihn wurde auch im Zusammenhang mit dem Briefbomben-Terror ermittelt (eine Anklage wurde aber aus Mangel an Beweisen fallen gelassen).

Es ist das Verdienst der Recherche-Plattform stoppdierechten.at, die unter dem Titel „Der Waffendealer der Neonazis“ über Peter B. ein Dossier erstellt haben. Denn B. agierte clever. Trotz mehrerer Verurteilungen gibt es über Peter B. wenig darstellbare Fakten.

Peter B. tauchte in Deutschland im Zusammenhang mit den NSU-Ermittlungen auf und wird im Umfeld schlagernder Burschenschaften gesichtet. In Passau wurde Peter B. im Zusammenhang mit Drogen und Waffen verurteilt, im selben Jahr dann in Wiener Neustadt. Für Wiederbetätigung hat er zweieinhalb Jahre kassiert. Diese Strafe sitzt er noch in der JA Simmering ab. Von hier aus hat er als Freigänger die jüngsten Waffendeals organisiert.

Nach der Sicherstellung des riesigen Waffenarsenals fordern die Grünen im deutschen Bundestag Aufklärung. „Die erneut zu Tage getretene Militanz von Rechtsextremisten in Deutschland und Österreich ist in hohem Maße besorgniserregend“, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz. Er kündigte an, die Razzia in Österreich und die Bezüge nach Deutschland am Mittwoch im Innenausschuss und im Parlamentarischen Kontrollgremium besprechen zu wollen.


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