Muttereralmbahn: TVB paktiert Verkauf, auch Kritik wurde laut

Die Vollversammlung des Tourismusverbandes Innsbruck genehmigte gestern die Übernahme der Muttereralmbahn durch den slowakischen Konzern Tatry. Nicht jedoch ohne hörbare Kritik.

TVB-Obmann Karl Gostner gelang es, die Mehrheit der Vollversammlung vom Verkauf der Muttereralmbahn an den Konzern Tatry zu überzeugen.
© Foto Rudy De Moor

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Am Ende stand gestern am frühen Abend eine deutliche Mehrheit für den Abschluss des Geschäftes mit dem slowakischen Tourismusunternehmen Tatry Mountain Resort (TMR). Die Vollversammlung des Tourismusverbandes Innsbruck (TVB) stimmte für den kontroversiell diskutierten Verkauf der Muttereralmbahn. Der TVB besitzt die Mehrheitsanteile an der Muttereralm Bergbahnen Errichtungs GmbH. Die Gemeinden Mutters und Götzens den Rest.

TVB-Obmann Karl Gos­tner warb zuvor eindringlich für Zustimmung. Chefverhandler Roland Zegg sowie ein Anwalt untermauerten, wieso Tatry den Vorzug vor den einheimischen Mitbietern in der Endrunde – die Axamer Lizum Aufschließungs AG sowie die Stage 12 GmbH – erhalten solle. Ein Kaufpreis von 4,5 Mio. € (1,25 Mio. € davon erst, wenn ein Verbindungsprojekt in die Lizum genehmigt ist), die Absicherung der Götzner Bahn und mehr sprächen dafür, so Gostner und Co.

Doch Kritik wurde ebenso laut. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser warnte vor einem „Ausverkauf Tirols“, dessen Startschuss hiermit erfolge. TVB-Vorstand sowie Stage-12-Gesellschafter August Penz monierte, dass das Interesse am Stage-Angebot „nicht besonders groß“ gewesen sei. Dennoch wolle er ein „fairer Verlierer“ sein.

Gostner konterte Walser und Penz. Über Jahre hätte er vergeblich versucht, die Bahn an heimische Liftbetreiber zu verkaufen. Schützenhilfe kam auch vom Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne). Er hieß den Verkauf der Bahn an Tatry für gut.

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Mutters und Götzens für Verkauf, Opposition entsetzt

Nahezu zeitgleich stimmten am Dienstagabend die Gemeinderäte in Mutters und Götzens jeweils mehrheitlich für den Verkauf der Muttereralmbahn an die slowakische „Tatry Mountain Resort GmbH“. Vor allem in Mutters sorgte die Entscheidung für heftige Kritik. Die Fraktion „MuttersPlus“ rund um Klaus Hilber sieht im Verkauf fast nur Nachteile für das Dorf und spricht von einem zu niedrigen Verkaufspreis. Johannes Fritz von den Grünen betont, dass die Bürger „total gegen diesen Ausverkauf“ seien. Fritz beklagt mangelnde Transparenz über die Vorgänge und kündigt an, rechtliche Schritte gegen den Verkauf prüfen zu lassen.

Der Mutterer Bürgermeister Hansjörg Peer kann die Kritik der Opposition nicht nachvollziehen. Der Deal mit dem slowakischen Unternehmen sei „unsere einzige Chance. Die Alternative wäre, Insolvenz anzumelden oder die Bahn rückzubauen. In beiden Fällen würden wir als Gemeinde viel Geld verlieren“, so Peer.

Sein Götzner Amtskollege Josef Singer ortet in der Bevölkerung zwar gewisse Vorbehalte gegen den Verkauf an eine ausländische Firma. „Aber richtig beschwert hat sich niemand.“ Singer zeigt sich von „Tatry“ als Unternehmen überzeugt und erwartet sich durch den Verkauf einen positiven Schub für die Region. (dd)


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