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Der letzte Wächter über die Finsternis

Helmut Egartner, Österreichs letzter Nachtwächter, auf seiner Runde durch Obertilliach
© Catharina Oblasser

Helmut Egartner ist Nachtwächter in Obertilliach und Österreichs einziger Vertreter in dieser Zunft. Seine Runde geht er, um die alte Tradition hochzuhalten – und wegen der Touristen.

Von Catharina Oblasser

Dunkel ist’s in Obertilliach. Da schält sich die Silhouette eines kräftigen Mannes aus dem Schwarz, seine Laterne ist einer der wenigen Lichtpunkte in der Gasse. „Loust auf ihr Hearn und Baurn und lasst enk sogn ...“, beginnt er das traditionelle Lied, das ihn als Nachtwächter von Obertilliach ausweist: Helmut Egartner, der letzte seiner Art und einziger Nachtwächter, der Österreich in der internationalen Zunft der Nachtwächter und Türmer vertritt. Traditionell ist auch die Ausstattung des 72-Jährigen: ein weiter schwarzer Mantel, ein schwarzer Hut und eine Hellebarde.

Auf die alten Bräuche lässt der gebürtige Obertilliacher nichts kommen. „Wir haben immer einen Nachtwächter gehabt. Dann musste mein Vorgänger aus gesundheitlichen Gründen aufhören, und an einem Abend im Gasthaus hat es sich ergeben, dass ich gefragt worden bin“, erinnert sich Egartner. „Ich habe gesagt, na gut, ich brauche ja eh nicht viel Schlaf.“ Auch sein Beruf als Lkw-Fahrer ließ sich mit dem neuen Amt vereinbaren. Das ist ziemlich genau 20 Jahre her. Am 5. Dezember wäre die Jubiläumsfeier angestanden, mit Zunftkollegen aus halb Europa. „Wegen Corona ist nichts daraus geworden. Aber wir holen das Fest nach.“

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