Ein guter, bärtiger Geist und eine Hiobsbotschaft beim HC Innsbruck

Jan Lattner geht vor der Konkurrenz nicht in die Knie.
© Michael Kristen

Von Alex Gruber

Innsbruck – Jan Lattner ist in seiner erst zweiten Saison bei den Innsbrucker Eishockey-Haien schon Kult. Nicht nur wegen seines Barts und seiner stattlichen Erscheinung.

„Ein großer Leader mit einem großen Herz“, hat HCI-Cheftrainer Mitch O’Keefe den 30-jährigen Tschechen nach dem jüngsten 6:4-Sieg in Graz geadelt. Da begann Lattner als Verteidiger, um zwischenzeitlich aufgrund der Personalsorgen auch zwei Wechsel als Stürmer zu absolvieren – das reichte ihm aus, um seinen zweiten Treffer an diesem Abend zu markieren.

Der Allrounder, der einst beim HC Znojmo stürmte, hält in dieser Saison im Haifischbecken bereits bei 16 Scorerpunkten. Dabei hat er mit sechs Treffern in 21 Partien übrigens schon ein Tor mehr als in der gesamten letzten Saison (48 Spiele/fünf Tore) geschossen.

„Er beschwert sich nie, ist immer fleißig und gibt immer Vollgas“, streut auch Co-Trainer Florian Pedevilla Lattner Rosen. Der Routinier sagt: „Ich liebe es.“ Das gelte für das Eishockey, die Stadt Innsbruck und natürlich die Haie.“ Lattner lacht als zweifacher Familienvater (Sohn Max 4 Jahre und Tochter Mia 2 Jahre) dem Leben entgegen: „Ich liebe es hier in Tirol.“

Den „Papa“ spielt Lattner in Inzing auch für seine jüngeren Nachbarn Thomas Mader und Christian Jennes und zuweilen auch abseits der Kabine: Als das Coronavirus so arg bei den Haien grassierte, bot er einem heimischen Teamkollegen etwas Hochprozentiges aus seiner Heimat für das Immunsystem an. Eine lustige Episode, sonst ist er Profi durch und durch, was seine Laufleistungen in jedem einzelnen Match untermauern.

„Wir haben eine gute neue Truppe mit einem sehr guten Trainerpaar. Das Play-off ist unser gemeinsames Ziel“, blickt er nach vorne. Am Sonntag geht’s beim KAC weiter. Natürlich mit dem Bart, der nie abrasiert wird: „Sonst schaue ich wirklich aus wie ein kleiner Junge.“

Hiobsbotschaft: Nach Stürmer Henrik Hochfilzer musste gestern auch Verteidiger Adrian Saxrud Danielsen mit einem Meniskusschaden unters Messer und fällt wochenlang aus. Die Haie halten in gebotener Ruhe Ausschau nach einem starken neuen Mann.


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