Für Hochwasserschutz zahlt Wasserverband rund 60 Mio. €

Über 1500 Gebäude und 120 Hektar Bauland zwischen Münster und Terfens sollen vor einem Hochwasser geschützt werden.
© Land Tirol

Schwaz – Es ist ein Mammutprojekt. Eines, das viele Kritiker auf den Plan ruft. Aber auch eines, das für Schutz sorgen soll. Der Hochwasserschutz im mittleren Unterinntal nimmt Form an. Mit Herbst sind alle 13 Gemeinden dem Wasserverband beigetreten, die für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen eine bedeutende Rolle spielen. Als Nächstes folgt nun auch der Beitritt der Infrastrukturträger Asfinag, ÖBB, Tiwag und Landesstraßenverwaltung. Den Mitgliedern des Wasserverbandes wurden nun online der Vorentwurf sowie die Kos­ten- und Risikoanalyse für das Hochwasserschutzprojekt entlang des Inn bei einem Planungstreff vorgestellt.

Von Terfens bis Reith im Alp­bachtal sowie Münster sollen 120 Hektar Bauland und über 1500 Wohn- und Betriebsgebäude oder auch Infrastruktureinrichtungen vor einem 100-jährigen Hochwasser geschützt werden. Das geschätzte Schadensvolumen bei einem solchen Hochwasser belaufe sich laut Berechnungen auf rund 470 Mio. Euro. „Der Vorentwurf fürs Hochwasserschutzprojekt sieht derzeit 58 Kilometer Dämme und Mauern sowie vier Retentionsräume mit einem Fassungsvermögen von acht Millionen Kubikmetern Wasser vor. Viele Anregungen der Landwirtschaft, die in 300 Einzelgesprächen mit betroffenen Grundeigentümern geäußert wurden, sind darin berücksichtigt“, erklären die Projektverantwortlichen Stefan Walder und Irina Kampel von der Abteilung Wasserwirtschaft.

Mit der Risikoschätzung liegen nun auch die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz mittleres Unterinntal auf Preisbasis von 2019 vor: 335 Mio. Euro. Den Löwenanteil von 80 bis 85 Prozent übernimmt der Bund – das sind in etwa 275 Mio. Euro. Für den Wasserverband gilt es, 50 bis 67 Mio. Euro zu investieren. Die vier Infrastrukturträger übernehmen davon gemeinsam 20 Prozent. Die 13 Gemeinden müssen zwischen 40 und 54 Mio. Euro zur Verfügung stellen. „Das ist ein stattlicher Betrag, den die Verbandsgemeinden hier zu stemmen haben. Die Beiträge fallen aber nicht auf einen Schlag, sondern auf mehrere Jahre verteilt an. Außerdem wird der Wasserverband nur umsetzen, wofür auch die Finanzierung gesichert ist“, sagt der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner. (TT)

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