Saisonstart in Gefahr: Doch keine Öffnung der Tiroler Skigebiete?

Wegen der neuen Covid-19-Regelung fürchtet Seilbahnerchef Hörl, dass viele Tiroler Skigebiete am 24. Dezember gar nicht erst aufsperren.

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Neue Regeln machen einen Start in den Winter unsicher.
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Innsbruck – Ob am 24. Dezember alle Skigebiete in Tirol öffnen, ist nach den jüngsten Corona-Verordnungen wieder offen. Im Hintergrund gibt es einen offenen Konflikt, schließlich müssen neue Hygienemaßnahmen vorgelegt werden, die Beförderung mit den Sesselliften mit Abdeckhauben wird ebenfalls beschränkt. Außerdem bleibt die Gastronomie in den Skigebieten zu.

Hörl schäumt

Das alles bringt Seilbahnsprecher Franz Hörl auf die Palme: „Unter den Voraussetzungen dieser laufend steigenden Schikanen kann ein Aufsperren der Betriebe nicht mehr empfohlen werden“, reagierte Hörl gestern auf die aktuelle Covid-19-Regelung der Bundesregierung im Hauptausschuss des Nationalrates. Vor allem zwei neue Maßnahmen des Gesundheitsministers würden in der Branche für Kopfschütteln sorgen. Der Bund verlange nun völlig überraschend von jedem Unternehmen weitere umfangreiche Risikoanalysen des Betriebs. „Wie soll ich für alle Skigebiete Mediziner organisieren?“, meinte Hörl. Auch die Kundenströme müssten nun gelenkt werden – diese Verkehrsplanung sei zwar machbar, aber nicht derart kurzfristig.

Hörl ärgerte sich besonders, dass die geforderten Punkte nicht früher kommuniziert wurden. Die Branche habe gemeinsam mit Experten seit dem Frühjahr an umfangreichen Sicherheitskonzepten gearbeitet, die „selbst vom Gesundheitsminister“ für gut befunden worden seien. Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) habe ihren Segen gegeben. „Nun wischt man diese intensive Arbeit vom Tisch und setzt eine Woche vor dem Start noch eins drauf. Man redet zuerst nicht mit uns und verlangt dann Maßnahmen, die so in der Praxis und Kürze der Zeit bis Weihnacht einfach nicht mehr umsetzbar sind“, erklärte Hörl. Vor allem für kleinere Skigebiete sei ein derart kurzfristiges Sicherheitskonzept nicht machbar, hieß es aus der Branche.

„Sieg des Koalitionsfriedens“

Hörl, auch ÖVP-Politiker, ortete in der Verordnung einen „Sieg des Koalitionsfriedens gegenüber einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes“. „Dass man offenbar keinen Einfluss auf die Grünen hat, wundert mich“, sagte Hörl: „Die tiefe Abneigung der Grünen gegen den Tourismus und eine spezielle gegenüber den Seilbahnen rechtfertigt nicht, dass man mit jeder Verordnung Stück für Stück neue Hürden aufrichtet, bis die Unternehmer sagen: ‚Es ist genug, wir lassen zu‘“. Hörl forderte weiters: „Wenn man uns zusperren will, soll man es einfach sagen.“ Er selbst will das Skiliftzentrum Gerlos aufsperren. Wenn er das neue Konzept nicht zusammenbringe, „dann sperren sie mich eben wieder zu“. Jetzt will er sich „von dem Schock erholen“. Übers Wochenende will Hörl mit den österreichischen Seilbahnern beraten. (ver)

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