Gemeinderatssitzung in St. Johann: Schulden durch Bauten explodiert

Die Marktgemeinde St. Johann investiert kräftig in notwendige Projekte. Die Schulden wachsen aber auf 12,2 Millionen Euro an.

Beim Gemeinderat in St. Johann wurde der Haushaltsvoranschlag für das nächste Jahr von den Mandataren einstimmig angenommen.
© Michael Mader

Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Von einem kräftigen Aderlass in den nächsten Jahren sprach Finanzreferent und St. Johanns Vizebürgermeister Georg Zimmermann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Wir müssen uns auf eine geänderte Allgemein­situation einstellen. Was wir uns gewünscht haben, werden wir nicht oder nicht sofort umsetzen können“, sagt Zimmermann. Aber es sei ein gemeinsames Zeichen, die begonnenen Projekte erfolgreich abzuschließen.

Und die haben es in sich: Wurden in den Jahren von 2010 bis 2019 im Durchschnitt zwischen fünf und sieben Millionen Euro für neue Projekte ausgegeben, investiert die Marktgemeinde nun in Summe mehr als zwölf Millionen Euro. Der größte Brocken ist mit 8,2 Millionen Euro netto das Kinderbetreuungszentrum, gefolgt vom Bauhof mit 3,3 Millionen Eur­o und dem Umbau beim Panoramabad mit fast einer Million Euro. Somit verdoppeln sich die Schulden der Gemeinde fast von 6,5 Millionen Euro im Jahr 2020 auf geschätzte 12,2 Millionen Euro für das kommende Jahr. Allein für die Großprojekte müssen rund vier Millionen Euro an Darlehen neu aufgenommen werden. Zimmermann: „Allerdings hoffen wir nachher, dass einige längerdauernde Darlehen auch auslaufen.“ Demgegenüber steht aber die gute Finanzkraft der Gemeinde, die erneut angestiege­n ist.

Kaum Einsparungspotenzial werde es bei den Mitarbeitern im Gemeindeamt geben. Ganz im Gegenteil: Alleine für das neue Kinderbetreuungszentrum werden zehn bis elf Personen benötigt. Für das Jahr 2021 rechnet man mit 142 Angestellten, was alleine Personalkosten im Jahr von 6,7 Millionen Euro verursachen wird. Die Transferzahlungen hingegen werden stark zurückgehen. Mit einem leichten Rückgang rechnet man bei der Kommunalsteuer, die sich bei rund 4,3 Millionen Euro einpendeln sollte. So stehen schlussendlich im Ergebnishaushalt 28 Millionen Euro an Einnahmen rund 30 Millionen Euro an Aufwendungen gegenüber. In Summe umfasst das Budget für das Jahr 2021 der Marktgemeinde St. Johann 39,8 Millionen Euro. „Wir sind der Wirtschaftsmotor“, bekräftigte BM Hubert Almberger.

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