Carmen Müller: Meisterin kunstvoller Vernetzung

Die Südtiroler Künstlerin Carmen Müller erzählt im Innsbrucker aut.architektur und tirol von heimischen Gärten und ihren Pflegern.

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In Tempera von Carmen Müller gemalte „Schwertlilie“ (Ausschnitt).
© Carmen Müller

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Wer die Personal­e von Carmen Müller sehen möchte, sollte sich angesichts des nahenden neuerlichen Lockdowns beeilen. Ist sie doch eine, die der Seele ausgesprochen guttut. Indem die Südtiroler Künstlerin in Gärten entführt, die sie im Raum Innsbruck zufällig gefunden bzw. gezielt gesucht hat. Um sie und ihre Pfleger zu fotografieren, Blüten, Früchte, Beeren und Samen zu sammeln und zur Basis ihrer Transformation zu Objekten der Kunst zu machen.

Diese können wie etwas andere Herbarien daherkommen, aber auch als Tuschzeichnung oder in Tempera Gemaltes. Voller Poesie und doch komplett unsentimental Formen der Natur umkreisend, stilisiert zur Struktur, bisweilen zum fast plakativen Muster. Wie Müller das in der Fläche zelebriert, kommt zwar wie selbstverständlich daher, zufällig ist hier allerdings nichts. Was den Arbeiten in ihrer Reduktion auf nur wenige, exakt gesetzte Bildzeichen bisweilen fast das Flair ostasiatischer Malereien verleiht. Gern tauscht die Künstlerin den Pinsel auch mit Nadel und Faden, um in mühevoller Kleinarbeit Bilder zu sticken. Was in der Art, wie sie das macht, allerdings alles andere als hausbacken, wenn auch höchst speziell ist.

„Bei mir ist alles vernetzt“, sagt Carmen Müller. Wie sie das meint, zeigt sich wohl am besten in den Paravents, die sie mit einem transparenten Geflecht aus Naturfasern bespannt hat. Sie hat sie aus ihrem Haus genauso ins aut übersiedelt wie mit Fundstücken gefüllte Vitrinen, die allein in der Art, wie sie dastehen, schon kunstvoll sind.

Im Untergeschoß des aut werden auf einem riesigen Tisch sämtliche Projekte, die für den heurigen Landespreis für Neues Bauen nominiert waren, präsentiert, umhängt von den Siegerprojekten.

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