2. Weltcup-Sieg für Kramer bei Saisonstart in Ramsau

Marita Kramer ist am Freitag beim Weltcup-Saisonstart der Skispringerinnen in Ramsau eine Klasse für sich gewesen. Die 19-jährige Salzburgerin fixierte nach ihrer Halbzeitführung im zweiten Durchgang mit 96 Metern einen neuen Frauen-Schanzenrekord und holte sich mit 253,6 Punkten deutlich vor der Slowenin Nika Kriznar (245,1) ihren zweiten Weltcup-Sieg. Kramer fixierte damit einen perfekten Auftaktbewerb, nachdem sie zuvor schon auch die Qualifikation gewonnen hatte.

Daniela Iraschko-Stolz (6./230,4) und Chiara Hölzl (10./226,7) schafften ebenfalls den Sprung unter die Top Ten und rundeten ein starkes ÖSV-Ergebnis ab. „Es ist ein sensationeller Abschluss des heutigen Tages. Drei Mädels unter den Top Ten kann sich sehen lassen“, freute sich Mario Stecher, Sportlicher Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im ÖSV, im ORF-Interview. Besonders angetan war er von der Leistung der Siegerin. „Ihr Abschlusssprung war absolute Weltklasse. Sie hat schon im Training aufgezeigt, und die Form vom letzten Jahr im Sommer mitgenommen und steht jetzt ganz oben“, analysierte der 43-Jährige.

Schon im ersten Durchgang war Kramer mit 94 Metern der Konkurrenz davongesegelt, da war der Vorsprung von 3,1 Punkten auf Kriznar aber noch überschaubar. „Es ist unglaublich, hat so funktioniert, wie man es trainiert. Dass es auch im Wettbewerb so hinhaut, ist cool“, jubelte die Weltcup-Gesamtführende. Sie habe gewusst, dass ihre Sprünge ziemlich stabil seien. „Das hat mir Selbstvertrauen gegeben“, betonte Kramer. Von Nervosität war deshalb auch im Finish keine Spur. Da sie oben mitbekommen hatte, dass Kriznar keinen Telemark gesetzt hatte, verzichtete sie auch darauf. Ihr Vorsprung am Ende betrug beachtliche 8,5 Punkte.

Nach Sapporo im Jänner triumphierte sie zum zweiten Mal im Jahr 2020. Es war ihr insgesamt dritter Einzel-Podestplatz, in Oberstdorf im Februar war sie als Dritte auf dem Podest. „Sie springt auf sehr hohem Niveau, ist eine akribische Arbeiterin, überlässt nichts dem Zufall, setzt alles gut um. Das macht ihre Stärke aus“, hob ÖSV-Chefcoach Harald Rodlauer die Vorzüge der mit Spitznamen Sara gerufenen Athletin hervor. Er war auch mannschaftlich „zufrieden“. Noch mehr, wenn man bedenkt, dass mit Eva Pinkelnig (Milzriss) und Jacqueline Seifriedsberger (nach Kreuzbandriss) zwei Teamstützen früherer Jahre verletzt fehlen.

Iraschko-Stolz und Hölzl waren mit ihrem Abschneiden nicht ganz zufrieden. „Dass ich, auch wenn es nicht so gut läuft, konkurrenzfähig bin, stimmt mich zuversichtlich“, betonte die 37-jährige Iraschko-Stolz das Positive. Bei Hölzl, der Gesamt-Weltcup-Zweiten der vergangenen Saison, hörte sich das ähnlich an: „Die Sprünge waren noch nicht das, was ich kann. Es stimmt mich positiv, dass das für einen Top-Ten-Platz reicht.“

Zeit, um den Rückstand auf Kramer aufzuholen, bleibt jetzt viel. Nach dem verspäteten Saisonstart in der Heimat folgt der nächste Bewerb in Ljubno erst Mitte/Ende Jänner. „Ich weiß, woran ich arbeiten muss. Vielleicht ist es nächstes Mal schon so, dass ich der Sara Paroli bieten kann“, verlautete Hölzl. Kramer selbst fand es schade, dass jetzt eine lange Bewerbspause ansteht. „Wichtig ist trotzdem, fleißig weiterzutrainieren“, betonte sie, da bereits im Februar die Nordische Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf auf dem Programm stehen.


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